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Strompreise

Waschen und Trocknen: wo im Haushalt die Energie hingeht

Sportwäsche, Funktionskleidung, Trikots: wie Waschtemperatur, Wärmepumpentrockner und der Wäscheplatz im Keller den Energiebedarf im Haushalt bestimmen.

Redaktion Die Wärmepumpe4 MinutenStand: Oktober 2026
Wärmepumpe im Winterbetrieb vor einem Wohnhaus
Wärmepumpe im Winterbetrieb vor einem Wohnhaus

In Haushalten, in denen jemand Fußball spielt, läuft die Waschmaschine selten leer. Trainingsanzug, Stutzen, Funktionsshirt, dazu am Wochenende das Trikot von der Tribüne – Sportwäsche fällt ständig an und will schnell wieder trocken sein. Waschen und Trocknen gehören damit zu den Haushaltsaufgaben, die beim Stromverbrauch spürbar ins Gewicht fallen. Wie viel, hängt weniger vom Gerät allein ab als von drei Entscheidungen: der Temperatur in der Trommel, der Art des Trocknens und dem Ort, an dem die Wäsche hängt.

Beim Waschen kostet das Aufheizen

Eine Waschmaschine verbraucht den größten Teil ihrer Energie nicht für Motor und Pumpe, sondern dafür, kaltes Leitungswasser zu erwärmen. Jedes Grad weniger spart also unmittelbar. Moderne Waschmittel lösen Schmutz auch bei niedrigen Temperaturen; Eco-Programme gleichen fehlende Wärme durch längere Einwirkzeit aus. Dass sie länger laufen, wirkt auf den ersten Blick verschwenderisch, ist aber gewollt: Zeit ersetzt Hitze, und Hitze ist der teure Teil.

Hinzu kommt die Beladung. Eine halb volle Trommel braucht kaum weniger Energie als eine volle. Wer Sportwäsche sammelt, bis eine Ladung zusammenkommt, spart mehr als mit jedem Zusatzprogramm. Damit verschwitzte Sachen bis dahin nicht muffig werden, sollten sie offen und luftig liegen, nicht zusammengeknüllt in der Sporttasche.

Funktionsstoffe mögen es kühl

Sportkleidung besteht heute überwiegend aus Kunstfasern, die Schweiß nach außen leiten und schnell trocknen. Diese Fasern sind empfindlicher gegenüber Hitze als Baumwolle. Hohe Temperaturen können Elastan altern lassen, Aufdrucke und Aufnäher lösen und Membranen beschädigen. Für die meisten Funktionsstücke sind kühle Programme deshalb nicht nur sparsam, sondern auch materialgerecht. Weichspüler ist bei solchen Stoffen eher hinderlich, weil er die Fasern belegt und ihre Fähigkeit mindert, Feuchtigkeit zu transportieren. Auf links gewaschen, schont man außerdem Drucke und Wappen.

Das gilt besonders für Trikots, die eng am Körper sitzen sollen und nach einigen Saisons noch genauso aussehen wie am ersten Tag. Wer bei den Löwen gerade zwischen zwei Modellen oder Größen schwankt, findet in der Trikotberatung von 1860tsv.de Hinweise zum körpernahen Schnitt der aktuellen Saison. Für die Pflege bleibt in jedem Fall das Etikett im Kleidungsstück maßgeblich.

Trocknen: Wärmepumpe statt Heizstab

Beim Wäschetrockner ist der Unterschied zwischen den Bauarten besonders groß. Ablufttrockner und einfache Kondenstrockner erhitzen Luft mit einem Heizstab, leiten sie durch die Trommel und werfen die Wärme danach weg – nach draußen oder in den Raum. Ein Wärmepumpentrockner arbeitet dagegen im geschlossenen Kreislauf: Ein Kältemittelkreis kühlt die feuchte Luft ab, sodass das Wasser auskondensiert, und gibt die dabei aufgenommene Wärme an die getrocknete Luft zurück, bevor sie wieder in die Trommel strömt. Es ist dasselbe Prinzip, nach dem auch eine Heizungswärmepumpe arbeitet; wer es genauer wissen will, findet es im Beitrag zur Funktionsweise der Wärmepumpe.

Für Sportwäsche hat das einen zweiten Vorteil: Wärmepumpentrockner trocknen mit deutlich niedrigeren Lufttemperaturen und behandeln Kunstfasern schonender. Der Preis dafür ist eine längere Laufzeit. Damit der Trockner effizient bleibt, müssen Flusensieb und – je nach Modell – der Wärmetauscher regelmäßig gereinigt werden. Ein zugesetzter Filter verlängert jeden Durchgang und kostet Strom. Nicht jede Funktionsjacke verträgt die Trommel überhaupt; auch hier entscheidet das Pflegeetikett.

Lufttrocknen und der Wäscheplatz im Keller

Am sparsamsten ist die Leine. Ganz kostenlos ist sie im Winter aber nicht, denn das Wasser aus der Wäsche landet in der Raumluft. Ein Wäscheständer im Wohnzimmer erhöht die Luftfeuchte, und wer anschließend lüftet, lässt auch Heizwärme hinaus. Im ungeheizten Keller ist das Risiko ein anderes: Feuchte Luft trifft auf kalte Wände, an denen sich Tauwasser und mit der Zeit Schimmel bilden kann. Wer dort trocknet, braucht regelmäßiges Stoßlüften an trockenen Tagen oder einen Luftentfeuchter.

Steht im Keller eine Brauchwasserwärmepumpe, ergibt sich ein Nebeneffekt: Sie entzieht der Raumluft Wärme für das Warmwasser und kühlt sie dabei ab, wobei ein Teil der Feuchte als Kondensat ausfällt. Die Wäsche trocknet dadurch nicht schneller – der Raum wird kühler –, aber die Feuchte bleibt nicht im Mauerwerk hängen. Ob der Aufstellraum das hergibt, sollte vor dem Einbau geklärt werden.

Den richtigen Zeitpunkt wählen

Waschmaschine und Trockner gehören zu den wenigen großen Verbrauchern, deren Laufzeit sich frei verschieben lässt. Mit Startzeitvorwahl laufen sie dann, wenn die eigene Photovoltaikanlage Überschuss liefert oder ein zeitvariabler Tarif günstig ist. Ob sich ein solcher Tarif im eigenen Haushalt rechnet, beleuchtet der Beitrag Dynamische Stromtarife: für wen?.

Kurz gefragt

Wird Sportwäsche bei niedrigen Temperaturen sauber?

In aller Regel ja, sofern das Waschmittel zur Temperatur passt und die Wäsche nicht tagelang feucht gelegen hat. Bei hartnäckigem Geruch hilft eher ein frühes Waschen als ein heißeres Programm.

Spart ein Wärmepumpentrockner auch bei wenigen Ladungen?

Er braucht pro Ladung deutlich weniger Strom als ein Gerät mit Heizstab. Wie schnell sich der höhere Kaufpreis ausgleicht, hängt davon ab, wie oft getrocknet wird – in Familien mit viel Sportwäsche meist schneller als im Singlehaushalt.

Darf ich Wäsche im Heizungskeller aufhängen?

Grundsätzlich ja, solange der Raum gelüftet oder entfeuchtet wird und keine Vorgaben des Heizungsherstellers zur Raumluft dagegen sprechen. Ein feuchter Heizraum ist für Technik und Mauerwerk auf Dauer ungünstig.

Dieser Beitrag ordnet Rechtslage und Marktentwicklung ein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Fördersätze, Fristen und Preise ändern sich; maßgeblich sind die Veröffentlichungen der zuständigen Stellen zum Zeitpunkt Ihrer Entscheidung.

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