Die Brauchwasserwärmepumpe — auch Warmwasserwärmepumpe oder Wärmepumpenboiler — heizt ausschließlich das Trinkwasser. Sie ist ein Speicher mit aufgesetztem Kältekreis, der die Wärme aus der Raum- oder Kellerluft zieht. Für viele Haushalte ist sie der Einstieg in die Wärmepumpe, ohne dass die Heizung angefasst wird.
Was sie leistet
Aus einer Kilowattstunde Strom werden je nach Aufstellraum drei bis vier Kilowattstunden Wärme. Ein Vier-Personen-Haushalt braucht etwa 2.000 bis 2.500 Kilowattstunden Wärme fürs Warmwasser im Jahr, also rund 600 bis 800 Kilowattstunden Strom. Gegenüber einem elektrischen Boiler oder Durchlauferhitzer spart das grob 400 bis 600 Euro jährlich, gegenüber der Gasheizung im Sommerbetrieb je nach Gaspreis 100 bis 250 Euro.
Speichergrößen
- 100 bis 150 Liter: Ein- bis Zweipersonenhaushalt, Wohnung, Ferienhaus.
- 200 Liter: zwei bis drei Personen, der häufigste Fall in Bestandswohnungen.
- 300 Liter: vier bis fünf Personen, Standardgröße im Einfamilienhaus.
- 400 bis 500 Liter: große Haushalte oder Kombination mit Solarthermie.
Mit oder ohne Wärmetauscher
Geräte mit zusätzlichem Glattrohrwärmetauscher lassen sich an eine Solarthermieanlage, an einen Holzkessel oder an die vorhandene Heizung anbinden. Ohne Wärmetauscher ist das Gerät autark, aber auch allein zuständig. Wer später Solarthermie plant, sollte gleich die Variante mit Tauscher nehmen — Nachrüsten heißt Gerätetausch.
Der Aufstellraum ist der Knackpunkt
Das Gerät kühlt den Raum, aus dem es die Wärme zieht, um mehrere Grad ab und entfeuchtet ihn. Im Heizungskeller mit Abwärme von Kessel, Waschmaschine oder Gefriertruhe ist das erwünscht. In einem beheizten Wohnraum wäre es Unsinn: Dort würde die Heizung nachliefern, was der Boiler entnimmt. Faustwert: mindestens 15 bis 20 Kubikmeter Raumvolumen oder Luftführung über Kanäle nach außen. Höhe beachten — 300-Liter-Geräte messen samt Aufsatz oft über zwei Meter.
Kosten
Gerät 1.800 bis 3.500 Euro, Einbau 500 bis 1.200 Euro. Eine Einzelmaßnahmen-Förderung gibt es für die reine Warmwasserwärmepumpe in der Regel nicht — sie ist keine Heizung im Sinne der Bundesförderung. Gerechnet wird sie deshalb allein über die Betriebskosten.
Wann sie die richtige Wahl ist
Wenn die Heizung noch läuft und im Sommer nur fürs Warmwasser anspringt. Wenn eine Photovoltaikanlage vorhanden ist und der Speicher als thermische Batterie mit Mittagsstrom geladen werden soll. Und in Mehrfamilienhäusern, in denen dezentrale Warmwasserbereitung ohnehin die Struktur ist. Wer dagegen ohnehin in ein bis zwei Jahren die Heizung tauscht, plant die Warmwasserbereitung besser gleich mit der neuen Wärmepumpe.
