Jahresarbeitszahl(JAZ)
Verhältnis der über ein Jahr abgegebenen Wärme zum dafür eingesetzten Strom — die entscheidende Effizienzkennzahl einer Wärmepumpe.
Die Jahresarbeitszahl beschreibt, wie viele Kilowattstunden Wärme eine Wärmepumpe im Jahresmittel aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt. Eine JAZ von 3,5 bedeutet: 3,5 Kilowattstunden Wärme je Kilowattstunde Strom. Anders als der im Datenblatt genannte COP ist die JAZ ein Betriebswert über ein ganzes Jahr, gemessen an der realen Anlage im realen Gebäude.
Der Unterschied ist erheblich. Der COP wird unter Normbedingungen ermittelt, die JAZ enthält alles, was im Alltag Effizienz kostet: hohe Vorlauftemperaturen an kalten Tagen, Taktverluste bei zu großer Auslegung, Abtauzyklen und den Stromverbrauch von Umwälzpumpe und Regelung.
Fördertechnisch ist die JAZ relevant, weil die Bundesförderung eine Mindestjahresarbeitszahl voraussetzt. Praktisch ist sie relevant, weil zwischen einer JAZ von 2,8 und 4,0 im Einfamilienhaus mehrere hundert Euro Stromkosten pro Jahr liegen.
Für die Praxis heißt das: Die JAZ lässt sich nicht am Gerät ablesen, sondern nur über einen Wärmemengenzähler ermitteln, der die abgegebene Wärme misst, und einen separaten Stromzähler für die Wärmepumpe. Beides ist bei Neuanlagen üblich und in der Förderung teils vorgeschrieben. Ohne diese Messung bleiben alle Angaben Schätzungen.
Beeinflussen lässt sich die Zahl vor allem über die Vorlauftemperatur: Jedes Grad weniger bringt grob zwei bis drei Prozent Effizienz. Deshalb zahlen sich hydraulischer Abgleich, größere Heizflächen und eine sorgfältig eingestellte Heizkurve unmittelbar aus — mehr als der Wechsel auf ein teureres Gerät.
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