Die Wärmepumpe
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Speicher & Netz

Warmwasser mit der Wärmepumpe: Speicher, Temperatur, Hygiene

Der Warmwasseranteil kostet überproportional Strom. Speichergröße, Frischwasserstation, Legionellenschaltung und Zirkulation — die Stellschrauben im Überblick.

Redaktion Die Wärmepumpe2 MinutenStand: Sommer 2026
Wartung einer Wärmepumpe durch einen Fachbetrieb
Wartung einer Wärmepumpe durch einen Fachbetrieb

Heizen kann eine Wärmepumpe mit 35 bis 45 Grad. Warmwasser braucht 48 bis 60. Deshalb arbeitet die Anlage im Warmwasserbetrieb mit einer Arbeitszahl von nur 2,5 bis 3,0, während sie im Heizbetrieb 3,5 bis 4,5 schafft. In einem gut gedämmten Haus macht Warmwasser inzwischen 20 bis 30 Prozent des Wärmebedarfs aus — und einen noch größeren Anteil am Stromverbrauch.

Die Speicherfrage

Faustwert: 40 bis 60 Liter Speichervolumen pro Person, im Einfamilienhaus also meist 250 bis 300 Liter. Größer ist nicht besser: Ein überdimensionierter Speicher hat mehr Bereitschaftsverluste und braucht längere Ladezeiten. Entscheidend ist außerdem die Fläche des Wärmetauschers im Speicher — Wärmepumpenspeicher haben Register mit 3 bis 5 Quadratmetern, klassische Kesselspeicher oft nur die Hälfte. Ein zu kleiner Tauscher zwingt die Wärmepumpe zu hoher Vorlauftemperatur, um die Wärme überhaupt loszuwerden.

Frischwasserstation statt Speicher

Bei der Frischwasserstation steht kein Trinkwasser bevorratet: Ein Plattenwärmetauscher erwärmt das Wasser im Durchfluss aus einem Pufferspeicher. Vorteile: kein Legionellenthema, niedrigere Speichertemperatur möglich, dadurch bessere Arbeitszahl. Nachteile: höhere Anforderung an die Leistung im Zapfmoment und an die hydraulische Auslegung, Mehrkosten von 1.500 bis 3.000 Euro.

Hygiene und Temperatur

Für Ein- und Zweifamilienhäuser gelten die strengen Prüfpflichten der Trinkwasserverordnung nicht; maßgeblich sind Speichergröße und Rohrinhalt. In kleinen Anlagen mit weniger als 400 Litern Speicher und weniger als drei Litern Inhalt in jeder Leitung genügt eine regelmäßige Aufheizung auf 60 Grad — die meisten Regelungen erledigen das automatisch einmal pro Woche. Dauerhaft 60 Grad zu fahren, ist in dieser Konstellation weder nötig noch sinnvoll: Jedes Grad weniger Speichertemperatur bringt rund zweieinhalb Prozent Arbeitszahl.

Die Zirkulation

Eine ungeregelte Zirkulationspumpe hält die Leitungen rund um die Uhr warm und verbraucht dafür 400 bis 800 Kilowattstunden Wärme im Jahr — bei einer Arbeitszahl von 2,7 sind das gut 200 Kilowattstunden Strom, nur damit sofort warmes Wasser kommt. Zeitprogramm oder Anforderungstaster über einen Strömungsschalter lösen das ohne Komfortverlust.

Wann sich eine zweite Wärmepumpe lohnt

In Gebäuden mit hohen Vorlauftemperaturen im Heizkreis kann es effizienter sein, das Warmwasser einer separaten Brauchwasserwärmepumpe zu überlassen. Die Heizung fährt dann ganzjährig niedrig, ohne für das Warmwasser hochzugehen. Das ist vor allem im Altbau mit Heizkörpern und in Mehrfamilienhäusern eine ernst zu nehmende Variante.

Die Ladezeit richtig setzen

Warmwasser mittags laden, nicht nachts: Die Außenluft ist wärmer, die Arbeitszahl besser, und bei vorhandener Photovoltaik kommt der Strom vom eigenen Dach. Zwei Ladefenster am Tag reichen in fast allen Haushalten. Die aus der Kesselzeit stammende Nachtladung ist bei der Wärmepumpe der schlechteste denkbare Zeitpunkt.

Dieser Beitrag ordnet Rechtslage und Marktentwicklung ein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Fördersätze, Fristen und Preise ändern sich; maßgeblich sind die Veröffentlichungen der zuständigen Stellen zum Zeitpunkt Ihrer Entscheidung.

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