Zwischen Außengerät und Haus laufen zwei Leitungen, ein Kondensatablauf und ein Elektrokabel. Die Stelle, an der sie durch die Wand gehen, ist klein — und einer der häufigsten Mängel bei fertigen Anlagen.
Was die Durchführung leisten muss
- Dicht gegen Wasser. Eine Kernbohrung mit leichtem Gefälle nach außen und einer druckwasserdichten Abdichtung, besonders wenn sie unterhalb des Erdreichs liegt.
- Dicht gegen Luft. Eine undichte Durchführung ist eine Wärmebrücke mit Zugluft — und in Passivhäusern ein Problem für die Luftdichtheitsprüfung.
- Gedämmt. Die Vorlaufleitung führt 35 bis 55 Grad warmes Wasser durch eine kalte Wand. Ohne Dämmung sind das über eine Heizsaison mehrere hundert Kilowattstunden Verlust.
- Schallentkoppelt. Die Rohre dürfen die Wand nicht starr berühren. Ausmörteln überträgt Körperschall direkt ins Mauerwerk.
Die Systeme
- Mehrspartenhauseinführung. Ein vorgefertigtes System mit Dichtpackungen für jede Leitung. Sauber, dicht, teurer.
- Kernbohrung mit Ringraumdichtung. Eine Bohrung, in die eine Presspackung eingesetzt wird. Der verbreitete Kompromiss.
- Kernbohrung mit dauerelastischer Verfüllung. Günstig, ausreichend bei Durchführungen oberhalb des Erdreichs, wenn ordentlich ausgeführt.
Die typischen Fehler
- Ausgemörtelt statt elastisch verfüllt. Überträgt Körperschall und reißt bei Bewegung.
- Gefälle nach innen. Regenwasser läuft in den Keller.
- Dämmung endet an der Wand. Sie muss durch die Wand durchlaufen, nicht davor aufhören.
- Zu kleine Bohrung. Dann liegen die Rohre an, und alle Entkopplung ist wirkungslos.
Was noch dazugehört
Die Elektroleitung sollte in einem eigenen Leerrohr laufen, getrennt von den Hydraulikleitungen. Bei Split-Geräten kommt die Kältemittelleitung dazu, die ebenfalls gedämmt und dicht durchgeführt werden muss — mit Prüfprotokoll, weil sie unter Druck steht.
Kosten
- Kernbohrung inklusive Verfüllung: 250 bis 600 Euro
- Mehrspartenhauseinführung: 600 bis 1.500 Euro
- Nachträgliche Abdichtung einer undichten Durchführung: 400 bis 1.200 Euro
