Die Wärmepumpe
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Strompreise

Wärmepumpenstrom: eigener Zähler, Tarif und was er wirklich spart

Separater Zählpunkt, Kaskadenmessung, reduzierte Netzentgelte nach Paragraf 14a: Wie Wärmepumpentarife aufgebaut sind, wann sich der Wechsel lohnt und wann der Haushaltstarif reicht.

Redaktion Die Wärmepumpe2 MinutenStand: Sommer 2026
Vergleich verschiedener Wärmepumpenmodelle
Vergleich verschiedener Wärmepumpenmodelle

Wärmepumpenstrom ist günstiger als Haushaltsstrom, weil Netzentgelte und teils Steuern anders berechnet werden — nicht, weil der Strom ein anderer wäre. Die Differenz liegt derzeit meist bei 6 bis 12 Cent je Kilowattstunde. Bei 4.000 Kilowattstunden Wärmepumpenstrom sind das 240 bis 480 Euro im Jahr.

Die Voraussetzung: getrennte Messung

Ein Wärmepumpentarif setzt voraus, dass der Verbrauch der Wärmepumpe getrennt erfasst wird. Zwei Bauformen sind üblich:

  • Getrennte Messung: eigener Zähler, eigener Zählpunkt, eigener Vertrag. Zwei Grundgebühren, dafür sauber getrennte Tarife.
  • Kaskadenmessung: Der Wärmepumpenzähler hängt hinter dem Hauptzähler, der Wärmepumpenverbrauch wird vom Haushaltsverbrauch abgezogen. Ein Netzanschluss, meist nur eine Grundgebühr.

Der zusätzliche Zählerplatz kostet einmalig 300 bis 1.500 Euro, je nach Zustand der Verteilung. Bei 4.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch amortisiert sich das im ersten oder zweiten Jahr.

Paragraf 14a und die Steuerbarkeit

Seit 2024 sind neue Wärmepumpen als steuerbare Verbrauchseinrichtungen anzumelden. Der Netzbetreiber darf die Leistung in Engpasssituationen vorübergehend auf einen Mindestwert reduzieren. Im Gegenzug gibt es eine Entlastung beim Netzentgelt — wahlweise als pauschaler Jahresbetrag oder als prozentualer Rabatt auf den Arbeitspreis, in bestimmten Konstellationen auch als zeitvariables Netzentgelt.

Der praktische Einwand, das Haus werde dann kalt, greift nicht: Die Reduzierung ist zeitlich eng begrenzt und lässt eine Mindestleistung stehen; die Gebäudemasse überbrückt die Zeit. Die klassische, härtere Sperrzeit von zwei bis drei Stunden täglich gibt es in älteren Verträgen weiterhin — dafür ist bei der Auslegung ein Leistungszuschlag vorzusehen.

Vergleichen — aber richtig

Vergleichsportale führen Wärmepumpentarife als eigene Kategorie. Beim Vergleich zählen drei Dinge: Grundpreis, Arbeitspreis und die Frage, ob der Tarif eine getrennte oder eine Kaskadenmessung voraussetzt. Ein niedriger Arbeitspreis mit hohem Grundpreis kippt bei geringem Verbrauch. Bonuszahlungen im ersten Jahr sind Marketing, nicht Preis — für den Vergleich den Preis ab dem zweiten Jahr ansetzen.

Dynamische Tarife

Mit einem intelligenten Messsystem und einer Regelung, die auf Preissignale reagiert, lässt sich die Wärmepumpe in günstige Stunden verschieben — vor allem beim Speicherladen. Das Einsparpotenzial liegt realistisch bei 10 bis 20 Prozent der Stromkosten, verlangt aber Speichermasse und eine Steuerung, die das tatsächlich kann.

Wann sich der Wechsel nicht lohnt

Bei sehr kleinem Wärmepumpenverbrauch unter etwa 2.000 Kilowattstunden im Jahr, etwa im Neubau mit viel Eigenstrom, frisst die zweite Grundgebühr den Vorteil auf. Dann ist der Haushaltstarif mit hohem Eigenverbrauchsanteil die einfachere Rechnung.

Dieser Beitrag ordnet Rechtslage und Marktentwicklung ein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Fördersätze, Fristen und Preise ändern sich; maßgeblich sind die Veröffentlichungen der zuständigen Stellen zum Zeitpunkt Ihrer Entscheidung.

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