Wärmepumpenstrom ist günstiger als Haushaltsstrom, weil die Netzentgelte niedriger ausfallen — im Gegenzug darf der Netzbetreiber die Leistung zeitweise reduzieren. Fast alle großen Versorger führen entsprechende Tarife, dazu praktisch jedes Stadtwerk.
Wer solche Tarife anbietet
Die überregionalen Anbieter — E.ON, EnBW, Vattenfall, EWE, Yello, eprimo, Octopus Energy — führen bundesweit Wärmepumpentarife. Daneben stehen die lokalen Stadtwerke, die häufig eigene Konditionen für ihr Netzgebiet haben. Und es gibt die Grundversorgung, in die man ohne eigene Wahl fällt — sie ist bei Wärmepumpenstrom fast immer die teuerste Variante.
Was den Preis ausmacht
- Arbeitspreis in Cent je Kilowattstunde: die Zahl, die beworben wird.
- Grundpreis pro Jahr: bei einem zweiten Zählerplatz oft 80 bis 200 Euro zusätzlich.
- Zählerkosten für die separate Messung: 60 bis 180 Euro jährlich.
- Bonuszahlungen im ersten Jahr, die den Vergleich systematisch verzerren.
Warum der Arbeitspreis allein nichts sagt
Ein Beispiel: Tarif A kostet 24 Cent bei 180 Euro Grundpreis, Tarif B 27 Cent bei 60 Euro Grundpreis. Bei 4.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch zahlt A 1.140 Euro, B 1.140 Euro — identisch. Bei 2.500 Kilowattstunden ist B günstiger, bei 6.000 Kilowattstunden A. Rechnen Sie deshalb immer mit Ihrem tatsächlichen Verbrauch, nicht mit dem Cent-Wert.
Getrennter oder gemeinsamer Zähler
Der Wärmepumpentarif verlangt in der Regel eine eigene Messung. Ein zweiter Zählerplatz kostet einmalig 500 bis 1.500 Euro und jährlich Grund- und Messkosten. Der Tarifvorteil gegenüber Haushaltsstrom liegt bei 3 bis 8 Cent je Kilowattstunde. Ab etwa 3.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch für die Wärmepumpe rechnet sich der separate Zähler; darunter ist der gemeinsame Zähler mit einem guten Haushaltstarif oft günstiger.
Der Haken bei Photovoltaik
Mit getrenntem Zähler kann eigener Solarstrom nicht ohne Weiteres in die Wärmepumpe fließen — er würde erst eingespeist und dann wieder bezogen. Wer eine Photovoltaikanlage hat und viel Eigenverbrauch anstrebt, fährt mit einer Kaskadenmessung oder einem gemeinsamen Zähler oft besser. Das ist vor der Installation zu entscheiden, nicht danach.
Worauf im Vertrag zu achten ist
- Laufzeit und Kündigungsfrist — zwölf Monate sind bei fallenden Preisen lang.
- Preisgarantie: gilt sie für den Gesamtpreis oder nur für die Beschaffungskomponente?
- Sperrzeiten: wie viele Stunden am Tag darf abgeschaltet werden, und ist ein Puffer nötig?
