Die Wärmepumpe
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Energiewende

Werbeversprechen und Mythen zur Wärmepumpe: was davon stimmt

Klügere Alternativen, angebliche Altbauuntauglichkeit, Stromfresser-Behauptungen: Die verbreiteten Aussagen im Faktencheck — mit den Zahlen, an denen sich jede davon prüfen lässt.

Redaktion Die Wärmepumpe2 MinutenStand: Sommer 2026
Vergleich verschiedener Wärmepumpenmodelle
Vergleich verschiedener Wärmepumpenmodelle

Kaum ein Bauteil im Haus ist so umkämpft beworben und so oft falsch beschrieben wie die Wärmepumpe. Hier die verbreiteten Aussagen und was die Zahlen dazu sagen.

Im Altbau funktioniert das nicht

Falsch in dieser Pauschalität. Entscheidend ist die tatsächlich nötige Vorlauftemperatur, nicht das Baujahr. Feldtests des Fraunhofer-Instituts in unsanierten Bestandsgebäuden haben Jahresarbeitszahlen zwischen 2,7 und 3,4 gemessen — wirtschaftlich klar besser als ein Gaskessel. Richtig ist: Über 65 Grad Vorlauf wird es teuer. Das betrifft aber deutlich weniger Häuser, als angenommen wird.

Wärmepumpen sind Stromfresser

Sie verbrauchen Strom, ja — aber sie erzeugen aus einer Kilowattstunde drei bis vier Kilowattstunden Wärme. Ein Haus mit 20.000 Kilowattstunden Wärmebedarf zieht damit 5.000 bis 6.500 Kilowattstunden Strom. Das ist etwa das Doppelte des durchschnittlichen Haushaltsstroms — und ersetzt 2.200 Kubikmeter Gas.

Es gibt klügere Alternativen

Diese Formulierung stammt aus einer Werbekampagne für Hybridsysteme und Brennwerttechnik. Der Faktencheck: Eine Gasbrennwertheizung erzeugt aus einer Kilowattstunde Gas 0,92 Kilowattstunden Wärme, eine Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom 3,5. Bei einem Preisverhältnis von zwei zu eins zwischen Strom und Gas ist die Wärmepumpe fast doppelt so günstig im Betrieb. Hybridsysteme haben ihre Berechtigung in Sonderfällen — als generelle Alternative sind sie es nicht.

Ohne Fußbodenheizung geht nichts

Falsch. Was zählt, ist die Heizfläche, nicht ihre Bauart. Ausreichend dimensionierte Heizkörper arbeiten mit 45 bis 50 Grad. Der Tausch von drei bis fünf Heizkörpern kostet 2.000 bis 4.500 Euro und löst das Problem in den meisten Häusern.

Die Anlage hält nur zehn Jahre

Feldstudien und Herstellerangaben weisen auf Nutzungsdauern von 18 bis 22 Jahren hin — vergleichbar mit einem Gaskessel. Der Verdichter ist das kritische Bauteil und hält länger, wenn er nicht taktet. Auch hier entscheidet die Auslegung.

Bei Minusgraden schaltet sie ab

Moderne Geräte arbeiten bis minus 20 bis minus 25 Grad. Was stimmt: Die Leistung sinkt mit der Außentemperatur, und ein zu klein ausgelegtes Gerät braucht dann den Heizstab. Das ist ein Auslegungsthema, kein physikalisches Limit.

Der Strom kommt aus Kohle

Der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Strommix liegt inzwischen bei über 55 Prozent und steigt. Selbst mit dem heutigen Mix schneidet eine Wärmepumpe mit Arbeitszahl 3,5 in der CO2-Bilanz besser ab als jeder Gaskessel — und sie wird mit jedem Ausbaujahr sauberer, ohne dass am Gerät etwas geändert wird.

Dieser Beitrag ordnet Rechtslage und Marktentwicklung ein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Fördersätze, Fristen und Preise ändern sich; maßgeblich sind die Veröffentlichungen der zuständigen Stellen zum Zeitpunkt Ihrer Entscheidung.

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