Die Wärmepumpe
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Heizungstausch

Wie viele Kilowatt braucht die Wärmepumpe wirklich?

5, 8, 12 oder 16 kW: Die Leistungsangabe im Prospekt gilt nicht bei Frost. Wie sich die richtige Größe aus Heizlast und Leistungskurve ergibt — und was zu große Geräte im Betrieb kosten.

Redaktion Die Wärmepumpe2 MinutenStand: Sommer 2026
Montage des Außengeräts einer Wärmepumpe
Montage des Außengeräts einer Wärmepumpe

Die häufigste Frage vor dem Kauf lautet: Wie viel Kilowatt? Und die häufigste Fehlerquelle in Angeboten ist die Antwort darauf. Die Zahl im Gerätenamen ist kein Versprechen, sondern ein Messwert unter Laborbedingungen.

Was die Nennleistung bedeutet

Eine Wärmepumpe mit der Bezeichnung 10 kW liefert diese Leistung bei einem genormten Betriebspunkt, meist bei 7 Grad Außentemperatur und 35 Grad Vorlauf. Sinkt die Außentemperatur, fällt die Leistung — bei minus sieben Grad liefert dasselbe Gerät je nach Bauart nur noch 6 bis 8 Kilowatt. Steigt gleichzeitig die geforderte Vorlauftemperatur, fällt sie weiter. Die einzige belastbare Angabe heißt deshalb: Leistung bei A minus 7 / W 55, oder bei welcher Vorlauftemperatur auch immer Ihr Haus betrieben wird.

Woher die richtige Zahl kommt

Aus der Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 — raumweise, mit den tatsächlichen Bauteilen und der Normaußentemperatur Ihres Standorts. Als Näherung taugt auch der Verbrauch: Gasverbrauch der letzten drei Jahre in Kilowattstunden, geteilt durch die Vollbenutzungsstunden Ihres Standorts (grob 1.800 bis 2.200), ergibt die ungefähre Heizlast. 24.000 Kilowattstunden Gas geteilt durch 2.000 sind rund 12 Kilowatt — abzüglich Kesselverluste von 10 bis 15 Prozent bleiben etwa 10.

Warum zu groß teurer ist als zu klein

Ein überdimensioniertes Gerät erreicht seine untere Modulationsgrenze schon bei milden Temperaturen und beginnt zu takten: einschalten, kurz heizen, abschalten, wieder einschalten. Jeder Start kostet Effizienz und Verdichterlebensdauer. In der Praxis verliert eine deutlich zu große Anlage 10 bis 20 Prozent Jahresarbeitszahl — bei 5.000 Kilowattstunden Stromverbrauch sind das 150 bis 300 Euro im Jahr, dauerhaft. Ein leicht zu kleines Gerät dagegen deckt 95 Prozent des Jahres problemlos und lässt an wenigen Frosttagen den Heizstab mitlaufen. Das kostet einmalig ein paar hundert Kilowattstunden.

Der Anhaltspunkt für die Praxis

  • Gut gedämmtes Einfamilienhaus, 130 bis 150 Quadratmeter: 4 bis 6 kW
  • Teilsanierter Bestand, 150 Quadratmeter: 7 bis 10 kW
  • Unsanierter Altbau, 180 Quadratmeter: 12 bis 16 kW
  • Zweifamilienhaus oder kleines Mehrfamilienhaus: 16 bis 30 kW

Diese Werte ersetzen keine Berechnung — sie zeigen nur, ob ein Angebot in der richtigen Größenordnung liegt. Weicht der Vorschlag stark davon ab, fragen Sie nach der Grundlage.

Dieser Beitrag ordnet Rechtslage und Marktentwicklung ein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Fördersätze, Fristen und Preise ändern sich; maßgeblich sind die Veröffentlichungen der zuständigen Stellen zum Zeitpunkt Ihrer Entscheidung.

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