Wärmepumpen werden inzwischen offen online gehandelt, mit Preisen deutlich unter dem, was im Komplettangebot des Installateurs steht. Der Preisunterschied ist real — er lässt sich nur selten vollständig realisieren.
Warum das Gerät beim Betrieb teurer ist
Der Fachbetrieb kalkuliert im Gerätepreis Gewährleistung, Inbetriebnahme, Garantieabwicklung und das Risiko ein, dass er für die Gesamtanlage haftet. Wer das Gerät selbst kauft, verlagert diese Posten zu sich — und findet häufig keinen Betrieb, der ein fremdbeschafftes Gerät einbaut, weil er für dessen Funktion einstehen müsste, ohne daran verdient zu haben.
Was zu klären ist, bevor bestellt wird
- Wer baut ein? Erst den Betrieb finden, dann kaufen. Umgekehrt steht das Gerät in der Garage.
- Förderfähigkeit. Der Zuschuss verlangt eine Fachunternehmererklärung. Ohne ausführenden Betrieb gibt es keine Förderung — was den Preisvorteil des Onlinekaufs in aller Regel überkompensiert.
- Inbetriebnahme durch den Hersteller. Viele Garantien setzen sie voraus. Ob sie an ein fremdbeschafftes Gerät gebunden wird, unterscheidet sich je Hersteller.
- Kältetechnik. Splitgeräte dürfen nur von zertifizierten Fachkräften angeschlossen werden. Das gilt unabhängig davon, wer das Gerät gekauft hat.
Selbstbausätze
Angeboten werden Monoblock-Sets mit vorkonfektionierten Leitungen, die hydraulisch selbst angeschlossen werden können. Elektrisch bleibt eine Fachkraft nötig, ebenso für die Netzanmeldung. Wer sanitär- und heizungstechnisch geübt ist, spart damit 3.000 bis 6.000 Euro Montagekosten — verliert aber Förderfähigkeit, Gewährleistung auf die Gesamtanlage und im Schadensfall die Zuständigkeit. Für Bauherren mit Erfahrung eine Option, für alle anderen keine.
Gebrauchtgeräte
Gebrauchte Wärmepumpen aus Kleinanzeigen sind selten ein Geschäft. Das Kältemittel alter Geräte — häufig R410A — wird knapper und teurer, der Verdichter hat unbekannte Betriebsstunden, Garantie besteht keine, und die Förderfähigkeit entfällt. Sinnvoll sind gebrauchte Geräte allenfalls als Zweitanlage für Nebengebäude.
Preisentwicklung
Die Preise haben sich nach den Ausschlägen der frühen zwanziger Jahre normalisiert; Lieferzeiten liegen bei gängigen Modellen wieder im üblichen Rahmen. Ein Zuwarten auf sinkende Gerätepreise lohnt sich selten — die Förderbedingungen ändern sich schneller als die Preise, und ein Winter mit alter Heizung kostet mehr, als der Preisverfall im selben Zeitraum bringt.
Der realistische Weg zum günstigen Preis
Nicht am Gerät sparen, sondern am Umfang: Eigenleistungen bei Rückbau, Entsorgung, Erdarbeiten für Leitungen und Malerarbeiten, Vorbereitung des Aufstellorts. Diese Positionen sind arbeitsintensiv, technisch unkritisch und stehen als eigene Zeilen im Angebot — sie lassen sich herausnehmen, ohne Förderung oder Gewährleistung zu gefährden.
