Wärmepumpe plus Photovoltaik plus Speicher, alles von einem Anbieter, ein Ansprechpartner, eine Rechnung: Das Angebot ist verbreitet und für viele Haushalte tatsächlich die pragmatischste Lösung — mit ein paar Punkten, die man kennen sollte.
Was für das Paket spricht
- Ein Ansprechpartner. Bei getrennten Gewerken schiebt im Störfall gern jeder auf den anderen.
- Abgestimmte Regelung. Überschusssteuerung funktioniert nur, wenn Wechselrichter und Wärmepumpe miteinander sprechen. Bei einem Anbieter ist das getestet.
- Ein Baustellendurchgang. Elektroarbeiten, Zählerschrank, Anmeldung beim Netzbetreiber — das fällt bei beiden Gewerken an und lässt sich zusammenlegen.
Was zu prüfen ist
- Einzelpreise verlangen. Ein Paketpreis verschleiert, ob die PV-Anlage zu teuer und die Wärmepumpe knapp kalkuliert ist. Fordern Sie getrennte Positionen für PV, Speicher, Wärmepumpe und Montage.
- Wer macht die Wärmepumpe wirklich? Viele PV-Anbieter vergeben den Heizungsteil an Subunternehmer. Fragen Sie nach dem ausführenden Betrieb und dessen Referenzen — die Heizlastberechnung ist der Punkt, an dem PV-Firmen erfahrungsgemäß schwach sind.
- Fördersystematik. PV und Wärmepumpe laufen über unterschiedliche Wege: die Wärmepumpe über die Heizungsförderung, die PV über Einspeisevergütung und Steuerbefreiung. Ein Paketanbieter muss beides korrekt abwickeln.
Wie viel Eigenverbrauch realistisch ist
Der Punkt, an dem Verkaufsgespräche gern optimistisch werden. Wärme wird im Winter gebraucht, Solarstrom fällt im Sommer an. Eine 10-Kilowatt-Anlage deckt über das Jahr typischerweise 20 bis 35 Prozent des Wärmepumpenstroms — im Dezember und Januar unter 10 Prozent, im März und Oktober deutlich mehr. Ein Batteriespeicher hebt den Wert um weitere 5 bis 10 Prozentpunkte, verschiebt aber nur Stunden, nicht Jahreszeiten.
Was mehr bringt als ein großer Batteriespeicher
Der Warmwasserspeicher. 300 Liter, von 20 auf 50 Grad erwärmt, nehmen rund 10 Kilowattstunden auf — zu einem Bruchteil der Kosten einer Batterie gleicher Kapazität. Wer den Speicher mittags lädt, nutzt Solarstrom, der sonst eingespeist würde.
Preisrahmen
Wärmepumpe 24.000 bis 38.000 Euro, PV-Anlage mit 10 Kilowatt 12.000 bis 20.000 Euro, Speicher mit 10 Kilowattstunden 6.000 bis 11.000 Euro. Ein Paketpreis, der deutlich unter der Summe der marktüblichen Einzelpreise liegt, ist ein Grund zur Prüfung — meist fehlt eine Position.
