Die Wärmepumpe
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Heizungstausch

Wärmepumpe oder Infrarotheizung: die Rechnung, die selten gemacht wird

Infrarotheizungen sind billig in der Anschaffung und teuer im Betrieb. Der direkte Vergleich mit Zahlen, die Fälle, in denen Infrarot trotzdem sinnvoll ist, und die Rolle der Photovoltaik.

Redaktion Die Wärmepumpe1 MinutenStand: Sommer 2026
Luft-Wasser-Wärmepumpe im Garten eines Wohnhauses
Luft-Wasser-Wärmepumpe im Garten eines Wohnhauses

Infrarotheizungen werden als einfache Alternative zur Wärmepumpe beworben: keine Hydraulik, keine Bohrung, keine Baustelle, ein Bruchteil der Investition. Der Vergleich lohnt — er fällt nur meist anders aus als in der Werbung.

Der entscheidende Unterschied

Eine Infrarotheizung wandelt Strom eins zu eins in Wärme. Eine Wärmepumpe holt aus einer Kilowattstunde Strom drei bis vier Kilowattstunden Wärme. Bei gleichem Wärmebedarf braucht die Infrarotheizung also das Drei- bis Vierfache an Strom. Das ist keine Detailfrage, sondern der ganze Punkt.

Die Rechnung für ein Haus mit 15.000 Kilowattstunden Wärmebedarf

  • Infrarot: 15.000 Kilowattstunden Strom bei 30 Cent Haushaltstarif — 4.500 Euro im Jahr.
  • Wärmepumpe, JAZ 3,5: 4.290 Kilowattstunden bei 25 Cent Wärmepumpentarif — 1.070 Euro im Jahr.
  • Differenz: rund 3.400 Euro jährlich.

Die Investitionsdifferenz von vielleicht 20.000 Euro ist damit in sechs Jahren aufgeholt. Danach kostet die Infrarotlösung jedes Jahr aufs Neue.

Der Einwand mit der Photovoltaik

Er hält der Rechnung nicht stand. Wärme wird im Winter gebraucht, Solarstrom fällt im Sommer an. Eine Photovoltaikanlage deckt im Dezember und Januar 5 bis 15 Prozent des Heizstrombedarfs — bei Infrarot wie bei der Wärmepumpe. Der Rest kommt aus dem Netz. Photovoltaik verbessert beide Systeme, ändert aber nichts am Faktor drei bis vier zwischen ihnen.

Wo Infrarot trotzdem sinnvoll ist

  • Selten genutzte Räume: Gästezimmer, Hobbyraum, Werkstatt — dort, wo wenige Stunden im Jahr geheizt wird und eine hydraulische Anbindung unverhältnismäßig wäre.
  • Bad als Zusatzheizung: ein Handtuchheizkörper mit elektrischer Zusatzheizung für die Übergangszeit.
  • Ferienhäuser mit wenigen Nutzungswochen und Frostwächterbetrieb.
  • Denkmalgeschützte Einzelräume, in denen keine Leitungen verlegt werden dürfen.

Was das Gebäudeenergiegesetz sagt

Eine reine Elektrodirektheizung erfüllt die 65-Prozent-Anforderung an neue Heizungen im Regelfall nicht — Ausnahmen gelten unter engen Bedingungen, etwa bei sehr gutem Gebäudestandard. Wer die Hauptheizung ersetzt, kann nicht ohne Weiteres auf Infrarot ausweichen. Für einzelne Räume neben einer erfüllenden Hauptheizung ist es dagegen unproblematisch.

Dieser Beitrag ordnet Rechtslage und Marktentwicklung ein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Fördersätze, Fristen und Preise ändern sich; maßgeblich sind die Veröffentlichungen der zuständigen Stellen zum Zeitpunkt Ihrer Entscheidung.

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