Die Wärmepumpe
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Solarstrom

Wärmepumpe und Photovoltaik: wie viel der eigene Strom wirklich bringt

Die Deckungslücke im Winter, realistische Autarkiegrade, die richtige Anlagengröße und die Frage, ob ein Batteriespeicher sich für die Wärmepumpe rechnet.

Redaktion Die Wärmepumpe2 MinutenStand: Sommer 2026
Vergleich verschiedener Wärmepumpenmodelle
Vergleich verschiedener Wärmepumpenmodelle

Photovoltaik und Wärmepumpe gelten als natürliches Paar. Physikalisch sind sie das Gegenteil: Die Anlage liefert im Sommer, die Wärmepumpe braucht im Winter. Was die Kombination trotzdem attraktiv macht, ist die Rechnung über das ganze Jahr — nicht die Vorstellung, im Januar mit eigenem Strom zu heizen.

Die realistischen Deckungsgrade

Ohne Batteriespeicher deckt eine Photovoltaikanlage typischerweise 15 bis 25 Prozent des Wärmepumpenstroms direkt. Mit Speicher sind es 25 bis 40 Prozent. Aufgeschlüsselt nach Jahreszeit:

  • Sommer: Warmwasser praktisch vollständig aus eigenem Strom
  • Übergangszeit: 40 bis 70 Prozent der Heizlast, an sonnigen Tagen mehr
  • Dezember bis Februar: 5 bis 15 Prozent — hier hilft nur das Netz

Was der Eigenstrom wert ist

Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart den Bezugspreis von 22 bis 30 Cent statt der Einspeisevergütung von wenigen Cent. Bei 4.000 Kilowattstunden Wärmepumpenstrom und 25 Prozent Eigendeckung sind das rund 1.000 Kilowattstunden und damit 220 bis 280 Euro im Jahr. Das ist ein solider Beitrag, aber kein Grund, die Anlage allein deswegen zu bauen — die Anlage rechnet sich über den gesamten Haushaltsverbrauch.

Die richtige Anlagengröße

Faustwert: ein Kilowatt Modulleistung je 1.000 Kilowattstunden Jahresstromverbrauch, also für Haushalt und Wärmepumpe zusammen häufig 8 bis 12 Kilowatt. Wichtiger als die reine Größe ist die Ausrichtung: Ost-West-Belegung liefert breitere Tagesprofile, eine steilere Neigung um 45 bis 60 Grad bringt im Winter spürbar mehr als die sommeroptimierten 30 Grad. Für ein Haus mit Wärmepumpe ist der steile Winterertrag wertvoller als der sommerliche Spitzenertrag, der ohnehin eingespeist wird.

Batteriespeicher — für die Wärmepumpe?

Ein 8-Kilowattstunden-Speicher kostet 5.000 bis 9.000 Euro und verschiebt Solarstrom vom Nachmittag in den Abend. Für den Haushaltsstrom ist das wirksam, für die Wärmepumpe nur begrenzt: Die Wintermenge, die fehlt, kann kein Hausspeicher liefern. Der wirtschaftlichere Speicher für Wärme ist thermisch — ein Warmwasser- oder Pufferspeicher, der mittags mit Überschussstrom geladen wird. Er kostet einen Bruchteil und hat für diesen Zweck die bessere Wirkung.

Steuerung ist entscheidend

Ohne Kopplung heizt die Wärmepumpe nachts, wenn der Strom aus dem Netz kommt. Mit einem Energiemanager, der die Prognose kennt, verschiebt sie die Warmwasserbereitung und einen Teil der Heizlast in die Mittagsstunden und hebt die Vorlauftemperatur bei Überschuss leicht an. Diese Verschiebung ist der eigentliche Hebel der Kombination — mehr als jede zusätzliche Modulreihe.

Komplettpakete prüfen

Angebote, die Photovoltaik, Speicher und Wärmepumpe in einer Summe ausweisen, sind schwer vergleichbar. Verlangen Sie eine getrennte Aufstellung: Beide Gewerke haben eigene Förderwege, eigene Wirtschaftlichkeit und eigene Lebensdauern.

Dieser Beitrag ordnet Rechtslage und Marktentwicklung ein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Fördersätze, Fristen und Preise ändern sich; maßgeblich sind die Veröffentlichungen der zuständigen Stellen zum Zeitpunkt Ihrer Entscheidung.

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