In vielen Häusern steht ein Kaminofen, und in manchen ein Festbrennstoffkessel. Beide lassen sich mit einer Wärmepumpe kombinieren — sinnvoll, wenn die Hydraulik stimmt, und störend, wenn nicht.
Die drei Varianten
- Kaminofen ohne Wasseranschluss: heizt nur den Raum, in dem er steht. Die Wärmepumpe registriert das über den Raumtemperaturfühler und fährt zurück. Kein Eingriff nötig, aber auch kein Beitrag zur Zentralheizung.
- Wasserführender Kaminofen: gibt einen Teil der Leistung an einen Pufferspeicher ab, typischerweise 4 bis 12 Kilowatt. Braucht hydraulische Einbindung und eine thermische Ablaufsicherung.
- Festbrennstoffkessel: Scheitholz oder Pellets als vollwertiger zweiter Wärmeerzeuger, meist mit großem Puffer.
Die hydraulische Einbindung
Der gemeinsame Puffer ist der Knotenpunkt. Der Kamin speist unten oder mittig ein, die Wärmepumpe im Bereich ihres Temperaturniveaus, die Heizung entnimmt oben. Wichtig ist die Rücklaufanhebung für den Festbrennstoffkessel: Ohne sie kondensiert Rauchgas im kalten Kessel, und er versottet.
Was die Regelung leisten muss
Die entscheidende Funktion heißt Erzeugerfreigabe. Wenn der Puffer durch den Kamin auf 60 Grad geladen ist, muss die Wärmepumpe erkennen, dass sie nicht gebraucht wird — und ausbleiben. Fehlt diese Logik, laufen beide Erzeuger parallel, und die Wärmepumpe arbeitet gegen eine hohe Puffertemperatur, also mit schlechtester Arbeitszahl. Das ist der häufigste Fehler solcher Anlagen.
Was es bringt
An kalten Tagen entlastet der Kamin die Wärmepumpe genau dann, wenn sie am ineffizientesten arbeitet. Ein Haushalt, der an dreißig Abenden im Winter einheizt und dabei 6 Kilowatt in den Puffer schiebt, verlagert 500 bis 900 Kilowattstunden Wärmebedarf — bei einer winterlichen Arbeitszahl von 2,6 sind das 200 bis 350 Kilowattstunden Strom weniger.
Was zu bedenken ist
- Die Wärmepumpe darf nicht überdimensioniert werden, weil ein Kamin da ist. Er läuft nur, wenn jemand einheizt — und im Urlaub tut das niemand.
- Fördertechnisch ist Biomasse ein erneuerbarer Erzeuger; die Kombination bleibt förderfähig, anders als bei einer Gas-Hybridlösung.
- Der Puffer wird größer. Mit Festbrennstoff braucht es 800 bis 1.500 Liter, damit ein Abbrand vollständig aufgenommen wird.
Kosten
Hydraulische Einbindung eines wasserführenden Kamins in ein bestehendes System: 2.500 bis 6.000 Euro inklusive Puffer, Pumpengruppe, Rücklaufanhebung und Regelung.
