Nicht jede Wärmepumpe muss im Garten stehen. Innenaufgestellte Geräte saugen die Außenluft über Kanäle an und blasen sie über einen zweiten Kanal wieder aus. Das löst mehrere Probleme — und schafft andere.
Die Vorteile
- Kein Gerät im Garten, kein Streit über den Schall an der Grundstücksgrenze.
- Der Verdichter arbeitet in temperierter Umgebung, was der Lebensdauer zugutekommt.
- Keine Witterungsbelastung von Verdampfer und Elektronik.
- In dicht bebauten Lagen manchmal die einzige zulässige Variante.
Die Bedingungen
- Platz. Ein innenaufgestelltes Gerät braucht 1 bis 2 Quadratmeter Stellfläche plus Wartungsabstände.
- Kanalquerschnitte. Je nach Leistung 400 bis 800 Millimeter Durchmesser — das sind erhebliche Öffnungen in der Außenwand. Zu enge Kanäle kosten Leistung und erzeugen Strömungsgeräusche.
- Abstand zwischen Ansaug und Ausblas. Sonst saugt das Gerät die eigene abgekühlte Abluft an. Zwei bis drei Meter oder gegenüberliegende Fassaden.
- Kondensatablauf im Raum.
- Körperschallentkopplung. Der Verdichter steht jetzt im Haus — auf einer massiven Bodenplatte mit Dämpfern, nicht auf einer Holzbalkendecke.
Keller oder Dachboden
Der Keller ist der Normalfall: kurze Wege zur Heizungsverteilung, massive Decke, unkritische Körperschallübertragung nach oben, wenn entkoppelt wird. Der Dachboden funktioniert ebenfalls und hat den Vorteil kurzer Kanäle über Dach — aber die Warmwasser- und Heizungsleitungen müssen dann durchs ganze Haus, und die Deckenkonstruktion ist meist leichter, also körperschallkritischer.
Was innen nicht funktioniert
Ein Gerät ohne Kanalanschluss in einem geschlossenen Raum aufzustellen. Es kühlt die Raumluft in wenigen Stunden auf Außentemperatur ab und arbeitet danach schlechter als draußen. Dasselbe gilt für die verbreitete Idee, eine Wärmepumpe in der Garage aufzustellen — ohne Kanäle ist das eine Fehlplanung.
Kosten
Innenaufgestellte Geräte sind meist 2.000 bis 5.000 Euro teurer als vergleichbare Außengeräte. Dazu kommen zwei Kernbohrungen mit großem Durchmesser für 800 bis 2.500 Euro und die Kanalführung mit Wetterschutzgittern für 500 bis 2.000 Euro. Komplette Anlagen liegen damit bei 30.000 bis 45.000 Euro vor Förderung.
