Reihenhäuser sind für Wärmepumpen eigentlich ideal: geringe Heizlast durch die gemeinsamen Wände, kompakte Grundrisse, meist einfache Hydraulik. Das Problem ist der Platz — außen wie innen.
Die Heizlast
Ein Reihenmittelhaus mit 120 Quadratmetern hat nur zwei Außenwände statt vier. Die Heizlast liegt entsprechend niedrig: saniert 4 bis 6 Kilowatt, teilsaniert 6 bis 9, unsaniert 9 bis 12. Reihenendhäuser liegen 15 bis 25 Prozent darüber. Das heißt: kleine Geräte, günstige Anschaffung, niedrige Betriebskosten.
Das eigentliche Problem: der Aufstellort
Bei Grundstücksbreiten von sechs bis acht Metern steht jedes Außengerät nah an einer Grenze. Die Optionen:
- Im rückwärtigen Garten, mittig: maximaler Abstand zu beiden Nachbarn. Meist die beste Lösung, auch wenn die Leitung länger wird.
- An der Hauswand mit Ausblasrichtung nach hinten: spart Leitung, braucht aber eine Schallbetrachtung.
- Innenaufstellung mit Luftkanälen: löst das Schallthema vollständig, kostet 2.000 bis 5.000 Euro mehr und braucht Kellerplatz.
- Vorgarten: oft die letzte Option, meist mit gestalterischen Auflagen.
Die Schallrechnung
Bei drei Metern Abstand zum Nachbarfenster ist der Nachtwert von 40 Dezibel die kritische Grenze. Ein modernes Gerät mit 50 Dezibel Schallleistungspegel im Nachtbetrieb kommt in drei Metern Abstand auf etwa 33 bis 37 Dezibel Immission — das geht, aber nur mit einem Gerät der leisen Klasse und passender Ausblasrichtung. Lassen Sie die Prognose rechnen, bevor bestellt wird: 400 bis 1.200 Euro, und sie verhindert einen Streit, der ein Vielfaches kostet.
Die Gemeinschaftslösung
In Reihenhauszeilen mit gemeinsamer Eigentümerstruktur lohnt der Gedanke an eine zentrale Anlage für mehrere Häuser. Eine 30-Kilowatt-Wärmepumpe für vier Häuser kostet weniger als vier einzelne, arbeitet effizienter und braucht nur einen Aufstellort. Der Aufwand liegt in der Organisation und der Wärmemengenabrechnung — technisch ist es der bessere Weg.
Kosten
Komplette Anlagen liegen eingebaut meist bei 20.000 bis 32.000 Euro vor Förderung, nach Förderung häufig bei 8.000 bis 16.000 Euro. Wegen der niedrigen Heizlast sind die Betriebskosten mit 700 bis 1.200 Euro im Jahr entsprechend gering.
