In Neubauten wird die Wärmepumpe längst überwiegend eingebaut. Die Bedingungen sind ideal: niedrige Heizlast, Flächenheizung, saubere Hydraulik von Anfang an. Genau deshalb fällt es kaum auf, wenn dennoch schlecht geplant wird — das Gebäude verzeiht viel. Bezahlt wird trotzdem, nur unauffälliger.
Die Auslegung
Ein Neubau nach heutigem Standard hat eine Heizlast von 25 bis 40 Watt je Quadratmeter. Für 150 Quadratmeter sind das 4 bis 6 Kilowatt, zuzüglich Warmwasser. Angeboten werden regelmäßig 8- oder 10-Kilowatt-Geräte, weil sie „auf der sicheren Seite“ liegen. Das Ergebnis ist Takten in der Übergangszeit — der Betriebszustand, in dem ein Neubau die meisten Stunden verbringt. Entscheidend ist die minimale Modulationsleistung, nicht die maximale.
Flächenheizung richtig planen
Verlegeabstand 10 bis 15 Zentimeter, Auslegung auf 30 bis 35 Grad Vorlauf, Verteiler mit Durchflussmessern, hydraulischer Abgleich nach raumweiser Heizlast. Diese vier Punkte kosten im Neubau kaum Mehrgeld und entscheiden über die Arbeitszahl der nächsten zwanzig Jahre. Eine auf 40 Grad ausgelegte Fußbodenheizung ist ein dauerhafter Effizienzverlust, den keine Regelung repariert.
Pufferspeicher — meist überflüssig
Eine durchgehende Fußbodenheizung bringt genug Wasservolumen mit. Ein Trennpuffer im Vorlauf hebt die Systemtemperatur an und schadet mehr, als er nutzt. Wenn Volumen fehlt, gehört es als Reihenpuffer in den Rücklauf. Ein Warmwasserspeicher ist davon unabhängig und wird gebraucht.
Das Estrichaufheizen
Das Funktionsheizen des Estrichs verlangt Vorlauftemperaturen von bis zu 55 Grad über mehrere Tage — bei einer Wärmepumpe eine ungewöhnliche Belastung und mit hohem Stromverbrauch verbunden, teils mit Heizstab. Es gehört in den Bauablauf und in die Kostenplanung, nicht in die spätere Betriebskostenrechnung. Wer die Anlage dafür nutzt, sollte den Verbrauch getrennt erfassen, damit das erste Jahr nicht verfälscht wird.
Photovoltaik gleich mitdenken
Im Neubau ist die Kombination am günstigsten: Leerrohre, Zählerplatz, Dachhaken und Steuerleitungen kosten während des Baus einen Bruchteil dessen, was sie später kosten. Auch wenn die Anlage erst in zwei Jahren kommt — die Vorbereitung gehört in die Elektroplanung. Dasselbe gilt für die Wallbox.
Kühlung mitbestellen
Ein reversibles Gerät kostet im Neubau wenige hundert Euro Aufpreis. Nachrüsten heißt Gerätetausch. Bei Flächenkühlung sind Taupunktwächter und diffusionsdichte Dämmung der Verteilleitungen einzuplanen — beides im Bau trivial, nachträglich aufwendig.
Der Abnahmecheck
Berechnete Heizlast, Auslegungsvorlauftemperatur, Abgleichprotokoll mit Einstellwerten je Kreis, Inbetriebnahmeprotokoll, Einstellwerte der Heizkurve, Nachweis des Wärmemengenzählers. Wer diese Unterlagen bei der Abnahme nicht bekommt, bekommt sie später selten.
