Hallen sind ein eigener Fall. Große Volumina, hohe Decken, Tore, die im Betrieb offen stehen, und ein Nutzungsprofil, das mit dem eines Wohngebäudes nichts gemein hat.
Die Wärmeübergabe entscheidet
- Fußbodenheizung im Hallenboden: die beste Lösung für Wärmepumpen. Große Fläche, niedrige Vorlauftemperatur von 30 bis 35 Grad, Strahlungswärme am Aufenthaltsort statt unter dem Dach. Bei Neubau oder Bodensanierung immer die erste Wahl.
- Deckenstrahlplatten: arbeiten mit 40 bis 60 Grad und wärmen Personen und Flächen direkt, ohne die Hallenluft aufzuheizen. Für Wärmepumpen brauchbar, wenn großzügig dimensioniert.
- Luftheizregister und Gebläse: heizen die Luft, die unter dem Dach steht. Für Hallen mit häufig geöffneten Toren wirtschaftlich fragwürdig.
Die Auslegung
Anders als im Wohnbau dominiert nicht die Transmission durch die Hülle, sondern der Luftwechsel. Ein Tor, das an einem Wintertag zwanzigmal öffnet, verursacht mehr Wärmeverlust als die ganze Fassade. Luftschleier, Schnelllauftore und Windfänge senken die Heizlast oft stärker als jede Dämmung — und sind die günstigere Maßnahme.
Prozessabwärme als Quelle
Der Punkt, an dem Gewerbeanwendungen gegenüber Wohngebäuden im Vorteil sind. Kompressoren, Kälteanlagen, Backöfen, Lackieranlagen, Serverräume — überall fällt Abwärme auf 25 bis 45 Grad an, die sonst ins Freie geht. Eine Wärmepumpe, die diese Quelle nutzt, erreicht Arbeitszahlen von 5 bis 7. Prüfen Sie vor jeder Auslegung, welche Abwärmeströme im Betrieb anfallen.
Leistungsklassen und Kaskaden
Hallen brauchen 30 bis 300 Kilowatt. In diesem Bereich sind Kaskaden aus mehreren Geräten Standard: besseres Teillastverhalten, Redundanz, stufenweise Erweiterbarkeit. Die Regelung übernimmt die Führung nach Betriebsstunden.
Wirtschaftlichkeit
Für Gewerbebetriebe rechnet sich die Umstellung oft schneller als im Wohnbau: höhere Wärmemengen, günstigere Stromtarife für Sondervertragskunden, CO2-Kosten als Betriebsausgabe und die Möglichkeit, eine große Photovoltaikanlage auf dem Hallendach direkt einzubinden.
Kosten
Anlagen von 50 bis 150 Kilowatt liegen mit Hydraulik, Verteilung und Elektro bei 100.000 bis 250.000 Euro. Eine Fußbodenheizung im Hallenboden kostet 45 bis 90 Euro je Quadratmeter. Belastbare Zahlen entstehen nur mit einer Fachplanung — bei diesen Summen ist sie die günstigste Position im Projekt.
