Ab etwa 20 Kilowatt verlässt man den Bereich, in dem eine Wärmepumpe ein Katalogprodukt ist. Hier wird geplant statt ausgewählt — und die Fehler kosten entsprechend mehr.
Die Leistungsklassen und ihre Objekte
- 20 bis 25 kW — Mehrfamilienhaus mit vier bis sechs Wohnungen, große Altbauten, kleine Gewerbeobjekte.
- 30 bis 40 kW — Wohngebäude mit acht bis zwölf Einheiten, Werkstätten, Bürogebäude.
- 50 bis 100 kW — größere Wohnanlagen, Hallen, Produktionsgebäude mit Prozesswärmebedarf.
- Ab 150 kW — Quartierslösungen und industrielle Anwendungen mit eigener Planung.
Kaskade statt Einzelgerät
Oberhalb von 20 Kilowatt ist die Kaskade aus mehreren kleineren Geräten meist die bessere Lösung. Sie deckt den Teillastbereich sauber ab, bietet Redundanz und lässt sich stufenweise erweitern. Der Mehrpreis gegenüber einem Einzelgerät liegt bei 10 bis 20 Prozent und ist über die Betriebssicherheit meist gerechtfertigt — in einem Mietshaus ist der Ausfall der Heizung im Januar ein anderes Problem als im Eigenheim.
Warmwasser wird zum eigenen Thema
In Mehrfamilienhäusern kommt die Trinkwasserhygiene dazu: Speicher über 400 Liter und Leitungsvolumina über drei Litern unterliegen den Anforderungen an Legionellenprüfung und Speichertemperatur. 60 Grad Speichertemperatur sind für eine Wärmepumpe teuer. Die üblichen Lösungen sind Frischwasserstationen mit Durchflusserwärmung oder ein separater kleiner Wärmeerzeuger für die Nachheizung — beides gehört ins Konzept, nicht in die Nachbesserung.
Stromanschluss und Netzentgelt
Anlagen dieser Größe brauchen eine Abstimmung mit dem Netzbetreiber und je nach Leistung einen eigenen Anschluss oder eine Trafostation. Gleichzeitig eröffnen sich andere Tarifwelten: Ab bestimmten Abnahmemengen sind Sondervertragskunden-Konditionen möglich, die deutlich unter Haushaltstarifen liegen.
Preisrahmen
Anlagen ab 20 Kilowatt beginnen bei etwa 40.000 Euro und erreichen im Bereich 50 bis 100 Kilowatt mit Hydraulik, Speicher, Elektro und Verteilung 100.000 bis 250.000 Euro. Belastbare Zahlen entstehen erst mit einer Fachplanung — jedes Angebot ohne Heizlastberechnung und Hydraulikschema ist in dieser Größenordnung wertlos.
