Zehn Kilowatt ist die Klasse für größere oder schlechter gedämmte Einfamilienhäuser — und die Größe, die in Angeboten am häufigsten zu hoch angesetzt wird.
Für welche Gebäude
- Einfamilienhäuser mit 160 bis 200 Quadratmetern und teilweiser Sanierung.
- Freistehende Häuser aus den sechziger und siebziger Jahren mit neuen Fenstern und gedämmtem Dach.
- Häuser mit hohem Warmwasserbedarf, bei denen die Warmwasserleistung mit in die Auslegung einfließt.
Die Leistung bei Auslegungstemperatur
Bei minus sieben Grad und 50 Grad Vorlauf bleiben von 10 Kilowatt Nennleistung je nach Gerät 6,5 bis 8,5 Kilowatt. Wer eine Heizlast von exakt 10 Kilowatt hat, sollte deshalb die Leistungskurve des konkreten Geräts prüfen, nicht die Typenbezeichnung. Manche Hersteller geben die Nennleistung bereits bei minus sieben Grad an — dann ist die Zahl belastbarer, aber nicht mit anderen Angeboten vergleichbar.
Stromverbrauch
Ein Haus dieser Größenordnung braucht 18.000 bis 24.000 Kilowattstunden Wärme im Jahr. Bei einer Jahresarbeitszahl von 3,3 bis 3,8 sind das 4.700 bis 7.300 Kilowattstunden Strom. Mit einem Wärmepumpentarif von 25 Cent liegen die Heizkosten damit bei 1.200 bis 1.800 Euro jährlich.
Wann die 8er reicht
Häufiger, als angeboten wird. Zwei Prüfungen lohnen sich: Erstens die tatsächliche Heizlast aus dem Gasverbrauch — viele Häuser liegen niedriger, als der Installateur schätzt. Zweitens die Frage, ob die Warmwasserbereitung wirklich in die Auslegung muss. Wenn ein ausreichend großer Speicher vorhanden ist, wird Warmwasser zeitversetzt erzeugt und muss nicht zur Heizlast addiert werden.
Preisrahmen
Komplette Anlagen dieser Klasse liegen eingebaut meist bei 25.000 bis 38.000 Euro vor Förderung. Der Preisunterschied zur 8-Kilowatt-Ausführung beträgt beim Gerät oft nur 1.000 bis 2.000 Euro — was dazu verleitet, im Zweifel größer zu kaufen. Im Betrieb ist das die teurere Entscheidung.
