Die wichtigste Kennzahl einer Wärmepumpe ist die Jahresarbeitszahl — erzeugte Wärme geteilt durch verbrauchten Strom. Wer sie nicht misst, kann die Anlage nicht beurteilen und nicht verbessern. Zwei Zähler genügen dafür.
Was gemessen werden muss
- Wärmemengenzähler im Vorlauf der Wärmepumpe, mit Temperaturfühlern in Vor- und Rücklauf. Er zählt die abgegebene Wärme in Kilowattstunden. Wichtig: Er muss für die niedrigen Temperaturdifferenzen einer Wärmepumpe geeignet sein — Zähler für Fernwärme mit 30 Kelvin Spreizung arbeiten bei 5 Kelvin ungenau.
- Stromzähler für die Wärmepumpe, idealerweise als separater Zähler oder Zwischenzähler hinter dem Hauptzähler. Er muss alles erfassen: Verdichter, Ventilator, Umwälzpumpen, Steuerung und den Heizstab.
Der Fehler, der die Zahl schönt
Wenn der Heizstab an einem anderen Stromkreis hängt und nicht mitgezählt wird, erscheint die Arbeitszahl deutlich besser, als sie ist. Genau das passiert häufig. Prüfen Sie, ob der Elektroheizstab im gemessenen Zweig liegt — sonst messen Sie nicht die Anlage, sondern nur ihren guten Teil.
Was viele Geräte selbst mitbringen
Moderne Wärmepumpen zeigen in der App eine berechnete Arbeitszahl an. Diese Werte beruhen auf internen Modellrechnungen, nicht auf geeichter Messung, und liegen erfahrungsgemäß 5 bis 20 Prozent über den real gemessenen. Als Trendanzeige brauchbar, als Beleg nicht.
Getrennter Zähler und Tarif
Ein separater Zählerplatz für die Wärmepumpe ist Voraussetzung für die meisten Wärmepumpentarife und für die reduzierten Netzentgelte nach Paragraf 14a des Energiewirtschaftsgesetzes. Ob sich das lohnt, hängt vom Verbrauch ab: Der zweite Zähler kostet 60 bis 180 Euro Grundgebühr im Jahr, der Tarifvorteil liegt bei 3 bis 8 Cent je Kilowattstunde. Ab etwa 3.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch rechnet es sich.
Kosten
- Wärmemengenzähler mit Einbau: 300 bis 800 Euro
- Zwischenzähler für Strom: 150 bis 400 Euro
- Separater Zählerplatz mit Anmeldung: 500 bis 1.500 Euro
Was sich daraus ablesen lässt
Nach einem vollen Jahr: Wärme geteilt durch Strom. Liegt der Wert unter 3,0 bei einer Luft-Wasser-Anlage, lohnt die Ursachensuche — meist zu hohe Vorlauftemperatur, zu viel Heizstab, Takten oder eine falsch eingestellte Warmwasserbereitung.
