Die Wärmepumpe
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Heizungstausch

Vorlauftemperatur der Wärmepumpe: was 40, 55, 65 und 75 Grad bedeuten

Jedes Grad Vorlauf kostet rund 2,5 Prozent Arbeitszahl. Was die einzelnen Temperaturstufen für Gebäude, Heizflächen und Stromrechnung bedeuten — und wie man die eigene Zahl herausfindet.

Redaktion Die Wärmepumpe2 MinutenStand: Sommer 2026
Wärmepumpe im Winterbetrieb vor einem Wohnhaus
Wärmepumpe im Winterbetrieb vor einem Wohnhaus

Die Vorlauftemperatur ist die wichtigste Zahl im ganzen Projekt. Sie entscheidet über die Arbeitszahl, über die Gerätewahl und darüber, ob eine Wärmepumpe im Bestand wirtschaftlich läuft.

Die Faustregel

Jedes Grad weniger Vorlauf bringt rund zweieinhalb Prozent bessere Arbeitszahl. Von 65 auf 45 Grad sind das über 50 Prozent — die Stromrechnung halbiert sich fast.

Die Stufen und was sie bedeuten

  • 30 bis 35 Grad: Fußbodenheizung im Neubau. Arbeitszahlen von 4,5 und mehr sind möglich. Das Optimum.
  • 40 bis 45 Grad: Fußbodenheizung im Bestand oder großzügig ausgelegte Heizkörper. Arbeitszahl 3,8 bis 4,3. Das realistische Ziel jeder Sanierung.
  • 50 bis 55 Grad: normale Heizkörper in einem teilsanierten Haus. Arbeitszahl 3,2 bis 3,7. Für die meisten Bestandsgebäude erreichbar und wirtschaftlich vollkommen in Ordnung.
  • 60 bis 65 Grad: unsanierte Gebäude mit alten Heizkörpern. Arbeitszahl 2,6 bis 3,0. Funktioniert, ist aber im Betrieb spürbar teurer.
  • 70 bis 80 Grad: nur mit Hochtemperaturgeräten oder Kaskadenkreisen. Arbeitszahl 2,0 bis 2,5. Die letzte Option, nicht die erste.

Wie Sie Ihre eigene Zahl herausfinden

Der Absenkversuch kostet nichts und dauert eine Woche. Stellen Sie an der vorhandenen Heizung die Vorlauftemperatur an einem kalten Tag von 65 auf 60 Grad, warten Sie einen Tag, dann 55, dann 50. Sobald ein Raum nicht mehr warm wird, haben Sie die Grenze — und wissen genau, welcher Raum das Problem ist. In den meisten Häusern sind es zwei bis vier Räume, nicht das ganze Gebäude.

Was die Grenze verschiebt

  • Größere Heizkörper in den Problemräumen: 400 bis 900 Euro pro Stück, senkt die Systemtemperatur um 5 bis 15 Grad.
  • Hydraulischer Abgleich: verteilt das Wasser richtig und senkt die nötige Temperatur oft um 3 bis 5 Grad.
  • Dämmung der obersten Geschossdecke: die günstigste Sanierungsmaßnahme überhaupt, senkt die Heizlast um 10 bis 20 Prozent.

Die Heizkurve richtig legen

Die Vorlauftemperatur ist keine feste Zahl, sondern eine Kurve über der Außentemperatur. Entscheidend ist der Wert bei Normaußentemperatur — und der wird oft zu hoch eingestellt, aus Sorge, es könnte zu kalt werden. Eine Kurve, die bei minus zehn Grad 55 statt 60 erreicht und im Mittel bei 40 statt 45 liegt, spart über eine Saison mehr als jede Gerätewahl.

Dieser Beitrag ordnet Rechtslage und Marktentwicklung ein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Fördersätze, Fristen und Preise ändern sich; maßgeblich sind die Veröffentlichungen der zuständigen Stellen zum Zeitpunkt Ihrer Entscheidung.

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