Rund fünf Millionen Ölheizungen stehen noch in deutschen Kellern, im Schnitt über 20 Jahre alt. Für ihren Austausch gibt es den höchsten Fördersatz — und einen praktischen Vorteil, den kaum jemand einrechnet: Der Tankraum wird frei.
Den Bedarf aus dem Ölverbrauch ableiten
Ein Liter Heizöl entspricht etwa 10 Kilowattstunden Energie. Bei einem Kesselnutzungsgrad von 80 bis 88 Prozent kommen davon 8 bis 8,8 Kilowattstunden als Wärme im Haus an. Beispiel: 2.500 Liter Jahresverbrauch ergeben rund 21.000 Kilowattstunden Wärme. Geteilt durch etwa 1.900 Vollbenutzungsstunden sind das gut 11 Kilowatt Heizlast — mit dem Hinweis, dass alte Kessel oft unnötig hohe Vorlauftemperaturen fuhren und der reale Bedarf nach Abgleich niedriger liegt.
Die Förderung
Der Austausch einer funktionierenden Ölheizung berechtigt selbst nutzende Eigentümer zum Klimageschwindigkeitsbonus von 20 Prozentpunkten zusätzlich zur Grundförderung von 30 Prozent. Mit Effizienz- und gegebenenfalls Einkommensbonus sind bis zu 70 Prozent erreichbar. Der Bonus ist an die Selbstnutzung und an den tatsächlichen Austausch gebunden — Details siehe Förderbeitrag.
Tank und Heizraum
Restöl. Wird abgepumpt und entweder verkauft oder entsorgt. Bei größeren Restmengen findet sich meist ein Abnehmer.
Tankdemontage. Kunststoff-Batterietanks im Keller: 800 bis 2.000 Euro. Stahltanks und Erdtanks mit Reinigung, Gasfreimessung und Entsorgungsnachweis: 2.000 bis 5.000 Euro. Erdtanks können nach Reinigung auch stillgelegt und verfüllt werden.
Der frei werdende Raum. Zehn bis zwanzig Quadratmeter Kellerfläche — genug für Innenaufstellung der Wärmepumpe, Speicher, Werkstatt oder Lager. In der Wirtschaftlichkeitsrechnung taucht dieser Gewinn nie auf, im Alltag sehr wohl.
Schornstein. Wird nicht mehr gebraucht, sofern kein Kaminofen daran hängt. Er bleibt stehen und wird verschlossen; die Schornsteinfegerpflicht endet mit der Stilllegung.
Was der Wechsel wirtschaftlich bedeutet
2.500 Liter Öl kosten je nach Marktlage 2.500 bis 3.200 Euro im Jahr, dazu Schornsteinfeger, Wartung und Tankprüfung. Die Wärmepumpe braucht für dieselbe Wärme bei einer Arbeitszahl von 3,3 rund 6.400 Kilowattstunden Strom, also 1.400 bis 1.800 Euro. Der CO2-Preis auf Heizöl steigt weiter und verschiebt die Rechnung Jahr für Jahr in dieselbe Richtung.
Die typische Hürde
Ölbeheizte Häuser sind im Schnitt älter und haben höhere Vorlauftemperaturen. Der Heizkurventest im Winter vor dem Austausch ist hier besonders wichtig — und in vielen Fällen positiv überraschend, weil alte Kessel dauerhaft mit 70 Grad liefen, obwohl das Haus nach Fenstertausch und Dachdämmung längst mit 55 auskäme.
Wenn es schnell gehen muss
Fällt der Kessel aus, gilt eine Übergangsfrist von in der Regel fünf Jahren, in der eine Übergangslösung zulässig ist. Das nimmt Druck aus der Entscheidung — aber es ist kein Grund, den Austausch in den Januar zu verschieben. Der beste Zeitpunkt für die Planung ist der Frühling nach dem letzten teuren Winter.
