Die Frage nach dem Stromverbrauch lässt sich nur mit der Gebäudekennzahl beantworten. Hier die Rechenwege und typische Werte für die üblichen Fälle.
Der Jahresverbrauch
Wärmebedarf geteilt durch Jahresarbeitszahl. Beispiele:
- Neubau, 140 Quadratmeter, 8.000 kWh Wärme, JAZ 4,2: rund 1.900 kWh Strom
- Saniert, 150 Quadratmeter, 15.000 kWh Wärme, JAZ 3,6: rund 4.200 kWh
- Teilsaniert, 180 Quadratmeter, 22.000 kWh Wärme, JAZ 3,2: rund 6.900 kWh
- Unsaniert, 200 Quadratmeter, 30.000 kWh Wärme, JAZ 2,7: rund 11.100 kWh
Warmwasser ist in diesen Zahlen enthalten; es macht 800 bis 1.300 kWh Strom für einen Vierpersonenhaushalt aus.
Die Verteilung übers Jahr
Rund 70 Prozent des Jahresstroms fallen zwischen Dezember und März an. Konkret für eine Anlage mit 5.000 kWh Jahresverbrauch:
- Januar: 900 bis 1.100 kWh — also 29 bis 35 kWh am Tag
- März: 550 bis 700 kWh — 18 bis 23 kWh am Tag
- Oktober: 250 bis 350 kWh — 8 bis 11 kWh am Tag
- Juli: 60 bis 100 kWh — reiner Warmwasserbetrieb, 2 bis 3 kWh am Tag
Der Tagesverbrauch an einem kalten Tag
Ein Haus mit 10 Kilowatt Heizlast bei minus zehn Grad braucht an einem solchen Tag rund 200 Kilowattstunden Wärme. Bei einer winterlichen Arbeitszahl von 2,8 sind das 71 Kilowattstunden Strom — bei 25 Cent knapp 18 Euro. Solche Tage gibt es je nach Region fünf bis zwanzig im Jahr.
Was den Verbrauch nach oben treibt
- Heizstab: jede Kilowattstunde daraus zählt einfach statt dreifach.
- Zirkulationspumpe ohne Zeitsteuerung: 1.000 bis 2.000 kWh Wärme im Jahr.
- Warmwassertemperatur über 52 Grad.
- Zu hohe Heizkurve. Der häufigste Einzelposten.
- Takten in der Übergangszeit.
Wie Sie Ihren Wert einordnen
Teilen Sie den gemessenen Jahresstromverbrauch der Wärmepumpe durch die gemessene Wärmemenge. Liegt das Ergebnis bei einer Luft-Wasser-Anlage unter 3,0, lohnt die Ursachensuche. Ohne Wärmemengenzähler bleibt der Vergleich mit dem früheren Gasverbrauch: Gasverbrauch mal 0,9 ergibt ungefähr die Wärmemenge, geteilt durch den Stromverbrauch ergibt die Arbeitszahl.
