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Strompreise

Stromverbrauch der Wärmepumpe: die realistische Rechnung

Pro Jahr, pro Tag, im Winter: Wie sich der Verbrauch aus Wärmebedarf und Arbeitszahl ergibt, welche Werte im Einfamilienhaus normal sind und woran ein zu hoher Verbrauch liegt.

Redaktion Die Wärmepumpe2 MinutenStand: Sommer 2026
Vergleich verschiedener Wärmepumpenmodelle
Vergleich verschiedener Wärmepumpenmodelle

Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe ist keine Gerätekennzahl, sondern das Ergebnis einer Division: Wärmebedarf geteilt durch Jahresarbeitszahl. Wer beide Größen kennt, braucht keine Schätzung.

Die Grundrechnung

Ein Einfamilienhaus mit 15.000 Kilowattstunden Wärmebedarf und einer Arbeitszahl von 3,5 verbraucht rund 4.300 Kilowattstunden Strom im Jahr. Mit 3,0 sind es 5.000, mit 4,0 nur 3.750. Der Wärmebedarf lässt sich aus dem alten Gasverbrauch ableiten: Gasverbrauch mal 0,9 ist die Wärme, die tatsächlich im Haus ankam. Beim Öl: Liter mal zehn Kilowattstunden mal 0,85.

Größenordnungen

  • Neubau, 140 m², gut gedämmt: 6.000 bis 9.000 kWh Wärme, 1.700 bis 2.500 kWh Strom
  • Saniertes Einfamilienhaus, 150 m²: 12.000 bis 18.000 kWh Wärme, 3.400 bis 5.100 kWh Strom
  • Wenig sanierter Altbau, 160 m²: 22.000 bis 30.000 kWh Wärme, 7.000 bis 10.000 kWh Strom

Der Haushaltsstrom kommt jeweils obendrauf — bei vier Personen 3.000 bis 4.000 Kilowattstunden.

Pro Tag und im Winter

Der Jahresverbrauch verteilt sich extrem ungleich. Grob die Hälfte fällt in Dezember, Januar und Februar an. Ein Haus mit 4.300 Kilowattstunden Jahresverbrauch zieht an einem kalten Januartag 25 bis 40 Kilowattstunden, an einem milden Novembertag 5 bis 10 und im Juli fast nur noch die Warmwasserbereitung mit 3 bis 5. Wer im Januar hochrechnet, kommt auf absurde Jahreswerte — das ist der häufigste Grund für Panik nach dem ersten Winter.

Warmwasser separat betrachten

Warmwasser für vier Personen sind etwa 2.000 bis 2.500 Kilowattstunden Wärme. Weil dafür 50 bis 55 Grad statt 35 Grad nötig sind, arbeitet die Wärmepumpe hier mit einer Arbeitszahl von nur 2,5 bis 3,0 — der Warmwasseranteil kostet also überproportional Strom, rund 800 bis 1.000 Kilowattstunden im Jahr.

Wenn der Verbrauch zu hoch ist

  • Heizstab läuft mit. Der häufigste Grund. Im Zählerbild oder in der Anlagenstatistik sichtbar — er sollte über das Jahr im niedrigen einstelligen Prozentbereich bleiben.
  • Heizkurve zu steil. Fünf Grad zu viel Vorlauf sind gut zwölf Prozent Mehrverbrauch.
  • Takten. Über 10.000 Verdichterstarts im Jahr deuten auf ein zu großes Gerät oder eine hydraulische Fehleinstellung.
  • Warmwasser zu heiß oder Zirkulation dauerhaft an. Eine ungeregelte Zirkulationsleitung kostet schnell 500 Kilowattstunden im Jahr.
  • Nachtabsenkung im Wärmepumpenbetrieb. Was beim Gaskessel spart, kostet hier: Das morgendliche Aufheizen läuft mit hoher Vorlauftemperatur.

Messen statt schätzen

Ein Wärmemengenzähler im Heizkreis und ein separater Stromzähler für die Wärmepumpe kosten zusammen wenige hundert Euro und liefern die tatsächliche Arbeitszahl. Ohne diese beiden Werte ist jede Optimierung Vermutung — bei vielen Geräten ist die interne Erfassung ungenau.

Dieser Beitrag ordnet Rechtslage und Marktentwicklung ein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Fördersätze, Fristen und Preise ändern sich; maßgeblich sind die Veröffentlichungen der zuständigen Stellen zum Zeitpunkt Ihrer Entscheidung.

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