Ob eine Wärmepumpe günstiger heizt als eine Gasheizung, entscheidet eine einzige Zahl: das Verhältnis von Strompreis zu Gaspreis. Liegt es unter der Jahresarbeitszahl der Anlage, ist die Wärmepumpe im Vorteil.
Die Rechnung
Beispiel: Wärmepumpenstrom 25 Cent, Gas 12 Cent je Kilowattstunde. Das Verhältnis ist 2,08. Eine Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 3,5 erzeugt eine Kilowattstunde Wärme für 7,1 Cent, ein Gaskessel mit 92 Prozent Nutzungsgrad für 13 Cent. Die Wärmepumpe ist also klar im Vorteil. Kippen würde das erst bei einem Verhältnis über 3,5 — etwa bei 42 Cent Strom und 12 Cent Gas.
Was auf den Strompreis wirkt
- Netzentgelte: steigen durch den Netzausbau, werden aber für steuerbare Verbraucher nach Paragraf 14a reduziert.
- Beschaffungspreis: sinkt mit wachsendem Anteil erneuerbarer Erzeugung, schwankt aber stärker als früher.
- Abgaben und Umlagen: politisch gesetzt und damit die unsicherste Komponente.
Was auf den Gaspreis wirkt
Der CO2-Preis ist der Faktor, der die Rechnung über die Jahre systematisch zugunsten der Wärmepumpe verschiebt. Er steigt planmäßig weiter und schlägt direkt auf den Gaspreis durch — rund 0,2 Cent je Kilowattstunde Gas je 10 Euro CO2-Preis. Dazu kommen sinkende Absatzmengen im Gasnetz bei gleichbleibenden Netzkosten: Je weniger Haushalte angeschlossen bleiben, desto höher die Netzentgelte für die verbleibenden. Dieser Effekt wird in den kommenden Jahren spürbar.
Womit realistisch zu rechnen ist
Für eine Wirtschaftlichkeitsrechnung über zwanzig Jahre ist es sinnvoll, nicht mit heutigen Preisen zu rechnen, sondern mit einem Korridor: Strom 22 bis 35 Cent, Gas 11 bis 20 Cent. In fast allen Kombinationen dieses Korridors bleibt eine Wärmepumpe mit einer Arbeitszahl über 3 im Vorteil. Kritisch wird es nur bei Anlagen mit Arbeitszahlen unter 2,5 — also bei schlecht ausgelegten Anlagen im unsanierten Bestand.
Was das für die Entscheidung heißt
Die Preisentwicklung ist nicht die entscheidende Unsicherheit. Die entscheidende Unsicherheit ist die Arbeitszahl der eigenen Anlage — und die hängt an der Auslegung, nicht am Markt. Wer 3,8 statt 2,8 erreicht, hat sich gegen jede realistische Preisentwicklung abgesichert.
