Luft, Erdreich und Grundwasser decken über 99 Prozent der Anwendungen ab. Wo sie ausscheiden — kein Platz, keine Genehmigung, zu hohe Schallanforderung — kommen Quellen ins Spiel, die selten gebaut werden und deshalb schlecht dokumentiert sind. Vier davon sind ernst zu nehmen.
Eisspeicher
Ein Betonbehälter mit Wasser im Erdreich, meist 10 bis 30 Kubikmeter, dient als Wärmequelle. Die Wärmepumpe entzieht dem Wasser Energie, bis es gefriert — dabei wird die Kristallisationswärme frei, die einer Abkühlung um 80 Kelvin entspricht. Regeneriert wird der Speicher über Solar-Luft-Absorber und das umgebende Erdreich.
Vorteile: keine Tiefenbohrung, keine wasserrechtliche Erlaubnis, gute Arbeitszahlen um 4. Nachteile: Investition von 12.000 bis 25.000 Euro, erheblicher Platzbedarf für Aushub, aufwendige Regelung, wenige erfahrene Planer. Sinnvoll dort, wo Bohrungen ausgeschlossen sind und Gartenfläche vorhanden ist.
Abwasserwärme
Häusliches Abwasser hat ganzjährig 12 bis 20 Grad. In Kanälen ab etwa 15 Litern pro Sekunde Trockenwetterabfluss lässt sich über Wärmetauscher im Kanalquerschnitt Wärme entziehen — eine Technik für Quartiere, Schulen, Schwimmbäder und Wohnanlagen, nicht für das Einfamilienhaus. Der Betreiber des Kanals muss zustimmen, die Kläranlage darf durch die Abkühlung nicht beeinträchtigt werden. Wo es passt, sind die Arbeitszahlen ausgezeichnet und die Quelle vollständig wetterunabhängig.
Grabenkollektor und Erdwärmekorb
Der Kompromiss zwischen Flächenkollektor und Tiefenbohrung: Rohre werden in schmalen, zwei bis vier Meter tiefen Gräben schleifenförmig verlegt, oder als Körbe in Schächte gesetzt. Flächenbedarf etwa ein Viertel bis ein Drittel des Flachkollektors, keine Bohrgenehmigung nötig, Kosten 5.000 bis 10.000 Euro. Die Auslegung ist anspruchsvoller, weil sich die Schleifen gegenseitig beeinflussen — hier entscheidet die Planungserfahrung über die Arbeitszahl.
Fluss- und Seewasser
Oberflächenwasser ist als Quelle thermisch gut, rechtlich aber anspruchsvoll: Erlaubnis nach Wasserhaushaltsgesetz, Anforderungen an die Rückgabetemperatur, Anlagenschutz gegen Hochwasser und Verschmutzung. In der Praxis eine Lösung für kommunale Wärmenetze und größere Objekte in Ufernähe; für Einzelgebäude fast nie wirtschaftlich.
Was diese Quellen gemeinsam haben
Sie sind technisch tragfähig, aber planungsintensiv, und die Zahl der Betriebe mit Erfahrung ist klein. Wer eine davon in Betracht zieht, braucht zuerst einen Planer mit Referenzen für genau diese Quelle — nicht ein Angebot vom Heizungsbauer um die Ecke. Und in jedem Fall gilt: Erst prüfen, ob eine gut geplante Luft-Wasser-Anlage die Anforderung nicht doch erfüllt. Sie ist in neun von zehn Fällen die wirtschaftlichere Antwort.
