Die Wärmepumpe
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Solarstrom

SG Ready und Eigenverbrauch: die Wärmepumpe auf den eigenen Strom takten

Die vier SG-Ready-Betriebszustände, der Unterschied zur echten Leistungsregelung, Heizstab gegen Verdichter und was die Verschiebung in die Mittagsstunden wirklich bringt.

Redaktion Die Wärmepumpe2 MinutenStand: Sommer 2026
Wartung einer Wärmepumpe durch einen Fachbetrieb
Wartung einer Wärmepumpe durch einen Fachbetrieb

SG Ready ist eine Schnittstelle, kein Gütesiegel. Über zwei Schaltkontakte teilt der Energiemanager der Wärmepumpe vier Zustände mit — mehr nicht. Wer versteht, was diese vier Zustände bewirken, kann den Eigenverbrauch deutlich erhöhen, ohne dass Komfort verloren geht.

Die vier Betriebszustände

  • Zustand 1 — Sperre: Der harte Abschaltbefehl, maximal zwei Stunden. Stammt aus der Zeit der Sperrzeiten.
  • Zustand 2 — Normalbetrieb: Die Anlage regelt nach ihrer eigenen Logik.
  • Zustand 3 — Einschaltempfehlung: Die Anlage hebt Soll- und Speichertemperaturen leicht an und läuft bevorzugt. Der Zustand für sonnige Mittagsstunden.
  • Zustand 4 — Einschaltbefehl: Anlaufbefehl mit maximaler Anhebung. Vorsicht: In dieser Stellung schaltet bei manchen Geräten der Heizstab zu — das macht aus günstigem Solarstrom teure Wärme mit einer Arbeitszahl von 1.

Was die Verschiebung bringt

Die Warmwasserbereitung mittags statt in der Nacht: bei vier Personen rund 700 bis 900 Kilowattstunden Strom im Jahr, die überwiegend aus eigener Erzeugung kommen können. Die Anhebung der Heizungsvorlauftemperatur um zwei bis drei Grad in Sonnenstunden lädt die Gebäudemasse und verschiebt einen Teil der Abendlast. Zusammen sind in der Übergangszeit 10 bis 20 Prozentpunkte mehr Eigenverbrauch realistisch.

Der Zielkonflikt

Jede Anhebung der Temperatur kostet Arbeitszahl. Wenn die Wärmepumpe mittags mit 50 statt 45 Grad fährt, verbraucht sie je Kilowattstunde Wärme rund zwölf Prozent mehr Strom — dieser Strom ist nur dann billiger, wenn er tatsächlich vom eigenen Dach kommt. Ein Energiemanager, der Erzeugungsprognose und Speicherfüllstand kennt, trifft diese Abwägung besser als eine feste Zeitschaltuhr.

Heizstab gegen Verdichter

Ein Photovoltaik-Heizstab im Puffer ist billig, einfach und ineffizient: aus einer Kilowattstunde Strom wird eine Kilowattstunde Wärme. Der Verdichter macht daraus drei bis vier. Überschussstrom gehört deshalb zuerst in die Wärmepumpe und erst dann — wenn überhaupt — in einen Heizstab. Die einzige sinnvolle Ausnahme ist die Spitzenkappung an Tagen mit sehr hohem Überschuss.

Was in der Praxis nötig ist

  • Ein Wechselrichter oder Energiemanager, der den Überschuss zuverlässig misst
  • Eine Wärmepumpe mit SG-Ready-Eingang oder besser mit modulierender Schnittstelle über EEBus oder Modbus, die eine Leistungsvorgabe statt eines Ein-Aus-Signals erlaubt
  • Ausreichend Speichermasse, damit der Überschuss überhaupt gespeichert werden kann

Die modulierende Anbindung ist der Fortschritt gegenüber SG Ready: Sie regelt die Leistung dem Überschuss nach, statt die Anlage nur an- und auszuschalten. Wo das Gerät es unterstützt, sollte diese Variante gewählt werden.

Dieser Beitrag ordnet Rechtslage und Marktentwicklung ein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Fördersätze, Fristen und Preise ändern sich; maßgeblich sind die Veröffentlichungen der zuständigen Stellen zum Zeitpunkt Ihrer Entscheidung.

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