Eine Pool-Wärmepumpe ist ein Sonderfall: Sie erwärmt Wasser auf 26 bis 30 Grad, arbeitet ausschließlich in der warmen Jahreszeit und hat deshalb Betriebsbedingungen, unter denen jede Wärmepumpe glänzt. Leistungszahlen von 5 bis 12 sind erreichbar — bei 25 Grad Außentemperatur mehr als bei 15.
Auslegung
Faustwert für ein Freibad mit Abdeckung: 0,15 bis 0,25 Kilowatt Heizleistung je Kubikmeter Beckeninhalt. Ein Pool mit 40 Kubikmetern braucht damit 6 bis 10 Kilowatt. Ohne Abdeckung verdoppelt sich der Bedarf grob — über 70 Prozent der Wärmeverluste entstehen durch Verdunstung an der Oberfläche. Die Abdeckung ist damit die wirksamste und billigste Maßnahme überhaupt; ohne sie ist jede Auslegung Makulatur.
Stromverbrauch
Ein 40-Kubikmeter-Pool, von Mai bis September auf 28 Grad gehalten, braucht mit Abdeckung grob 2.500 bis 4.000 Kilowattstunden Wärme. Bei einer saisonalen Leistungszahl von 5 sind das 500 bis 800 Kilowattstunden Strom, also 150 bis 250 Euro. Ohne Abdeckung liegt der Verbrauch beim Zwei- bis Dreifachen.
Betrieb mit Photovoltaik
Die Kombination ist naheliegender als bei jeder anderen Anwendung: Der Bedarf fällt im Sommer an, tagsüber, genau im Erzeugungsfenster. Ein Pool wirkt dabei als thermischer Speicher — Überschussstrom lässt sich mittags in Wassertemperatur umwandeln. Mit einer Steuerung, die die Umwälzpumpe und die Wärmepumpe nach Überschuss schaltet, läuft die Beckenheizung praktisch kostenneutral.
Was das Gerät können muss
- Titan-Wärmetauscher. Chlor- und salzhaltiges Wasser greift Edelstahl an. Titan ist Standard und keine Option.
- Inverter-Verdichter. Ermöglicht langen Betrieb mit kleiner Leistung — leiser und effizienter als ein Ein-Aus-Gerät, das ständig startet.
- Durchflusswächter. Verhindert Betrieb ohne Wasserumwälzung.
- Frostsicherer Winterbetrieb oder Entleerung. Die Anlage wird im Herbst entleert und abgedeckt.
Was sie nicht kann
Eine Pool-Wärmepumpe heizt kein Haus. Sie ist auf 28 Grad Ausgangstemperatur ausgelegt und erreicht die 45 bis 55 Grad einer Heizungsanlage nicht. Der umgekehrte Weg funktioniert dagegen: Eine Heizungswärmepumpe kann über einen zusätzlichen Wärmetauscher den Pool mitversorgen — mit dem Nachteil, dass sie im Sommer läuft, statt zu stehen, und die Beckenerwärmung mit einer schlechteren Leistungszahl erfolgt als mit einem spezialisierten Gerät.
Aufstellung
Freie Luftansaugung, mindestens 50 Zentimeter Abstand ringsum, Ausblas nicht auf die Liegefläche. Der Schall ist im Sommer und im Garten relevanter als bei einer Heizungswärmepumpe — auf den Schallleistungspegel achten und, wenn das Becken nah an der Grundstücksgrenze liegt, auf die Nachtabschaltung.
