Diese drei Begriffe entscheiden darüber, wie viel Strom Ihre Anlage im Winter zieht — und sie stehen in jedem Angebot, meist ohne Erklärung.
Die drei Betriebsarten
- Monovalent: Die Wärmepumpe deckt den gesamten Wärmebedarf allein, bis zur tiefsten Auslegungstemperatur. Kein zweiter Erzeuger, kein Heizstab im Regelbetrieb. Bei Sole-Anlagen der Normalfall.
- Monoenergetisch: Die Wärmepumpe deckt den Hauptteil, ein elektrischer Heizstab hilft an den kältesten Tagen aus. Bei Luft-Wasser-Anlagen der übliche Fall.
- Bivalent: Ein zweiter Wärmeerzeuger — meist ein vorhandener Gas- oder Ölkessel — übernimmt unterhalb einer bestimmten Außentemperatur.
Der Bivalenzpunkt
Das ist die Außentemperatur, ab der der zweite Erzeuger einspringt. Er ist eine Einstellung, keine Naturkonstante — und in vielen Anlagen zu hoch gesetzt.
- Bei minus fünf bis minus zehn Grad liegt er sinnvoll bei einer korrekt ausgelegten monoenergetischen Anlage. Die Wärmepumpe deckt dann 95 bis 98 Prozent der Jahreswärme.
- Bei null oder plus zwei Grad liegt er in zu klein ausgelegten Anlagen. Dann deckt der Heizstab 15 bis 25 Prozent der Jahreswärme — mit einer Arbeitszahl von 1.
Was das kostet
Ein Haus mit 20.000 Kilowattstunden Wärmebedarf: Bei einem Bivalenzpunkt von minus sieben Grad laufen etwa 400 Kilowattstunden über den Heizstab. Bei plus zwei Grad sind es 3.000 bis 4.000. Der Unterschied im Stromverbrauch liegt bei rund 2.500 Kilowattstunden — 625 Euro im Jahr, allein durch eine Einstellung.
Die bivalente Variante mit Kessel
Wenn ein funktionsfähiger Gaskessel bleibt, kann er die Spitzenlast übernehmen. Zwei Punkte dazu: Erstens sinkt die Förderung, weil ein fossiler Erzeuger im System bleibt. Zweitens hängt alles an der Umschaltlogik — schaltet der Kessel zu früh zu, läuft die Anlage überwiegend auf Gas, und die Wärmepumpe war ein teures Zubehör. Lassen Sie sich den Umschaltpunkt schriftlich nennen und nach dem ersten Winter die Betriebsstunden beider Erzeuger zeigen.
Was im Angebot stehen sollte
Die Betriebsart, der geplante Bivalenzpunkt und der daraus resultierende Deckungsanteil der Wärmepumpe in Prozent der Jahreswärme. Ein seriöses Angebot nennt diese drei Zahlen. Fehlen sie, ist die Auslegung nicht gerechnet, sondern geschätzt.
