Die Wahl der Wärmequelle ist die größte technische Entscheidung im Projekt — größer als die Markenwahl. Sie legt Effizienz, Investition und Zeitplan fest.
Die Arbeitszahlen
- Luft-Wasser im Bestand: 3,0 bis 3,8 Jahresarbeitszahl.
- Luft-Wasser im Neubau mit Fußbodenheizung: 3,8 bis 4,5.
- Sole-Wasser mit Erdsonde: 4,3 bis 5,2.
- Wasser-Wasser mit Grundwasser: 4,8 bis 5,5, dafür mit den höchsten Anforderungen.
Die Rechnung
Bei 20.000 Kilowattstunden Wärmebedarf: Luft mit 3,4 braucht 5.880 Kilowattstunden Strom, Sole mit 4,6 braucht 4.350. Die Differenz von 1.530 Kilowattstunden kostet bei 25 Cent rund 380 Euro im Jahr. Die Erdsonde kostet 10.000 bis 18.000 Euro mehr. Rechnerisch amortisiert sich das in 26 bis 47 Jahren — länger als die Lebensdauer des Geräts.
Warum trotzdem viele zur Sonde greifen
- Kein Außengerät. Kein Schall, kein Nachbarschaftsthema, nichts im Garten.
- Höherer Wärmebedarf verkürzt die Amortisation. Bei 40.000 Kilowattstunden halbiert sie sich.
- Passive Kühlung. Im Sommer lässt sich die Sonde ohne Verdichterbetrieb zum Kühlen nutzen — nur die Umwälzpumpe läuft. Das ist die effizienteste Kühlung, die es im Wohnbau gibt.
- Konstanz. Keine Abtauverluste, keine Leistungseinbrüche bei Frost, kein Heizstab.
- Längere Lebensdauer. Der Verdichter arbeitet unter konstanten Bedingungen; die Sonde selbst hält 50 Jahre und mehr.
Was gegen die Sonde spricht
- Genehmigung. Die untere Wasserbehörde muss zustimmen. In Wasserschutzgebieten und bei gespannten Grundwasserleitern wird regelmäßig abgelehnt.
- Zeit. Von der Anfrage bis zur fertigen Bohrung vergehen oft drei bis sechs Monate.
- Zugänglichkeit. Das Bohrgerät braucht eine Zufahrt. In engen Reihenhausgärten ist das die eigentliche Hürde.
- Restrisiko. Bohrungen können auf unerwartete Schichten treffen; die Kosten sind nicht immer fix.
Der Flächenkollektor als Mittelweg
Keine Bohrung, keine wasserrechtliche Erlaubnis in vielen Fällen, dafür Flächenbedarf: als grober Wert das Anderthalb- bis Zweifache der beheizten Wohnfläche, unversiegelt und nicht überbaut. Kosten 6.000 bis 12.000 Euro. Die Arbeitszahl liegt zwischen Luft und Sonde, weil der Kollektor im Spätwinter auskühlt.
Die kurze Antwort
Luft, wenn es schnell gehen soll, das Budget begrenzt ist und der Aufstellort unkritisch. Erdwärme, wenn der Wärmebedarf hoch ist, gekühlt werden soll, Schall ein Problem wäre und das Grundstück es hergibt.
