Die Wärmepumpe
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Heizungstausch

Kühlen mit der Wärmepumpe: aktiv, passiv und was es kostet

Reversible Geräte kühlen im Sommer über dieselben Flächen, mit denen sie heizen. Der Unterschied zwischen aktiver und passiver Kühlung, die Taupunktgrenze und der reale Effekt.

Redaktion Die Wärmepumpe2 MinutenStand: Sommer 2026
Luft-Wasser-Wärmepumpe im Garten eines Wohnhauses
Luft-Wasser-Wärmepumpe im Garten eines Wohnhauses

Eine Wärmepumpe ist ein Kältekreis. Sie umzudrehen ist keine Zusatztechnik, sondern eine Frage von Ventilen und Regelung. Entsprechend bieten die meisten Hersteller reversible Geräte an — der Aufpreis liegt bei 500 bis 2.000 Euro, wenn man ihn beim Kauf gleich mitnimmt.

Aktive Kühlung

Der Kreis läuft rückwärts: Das Gerät entzieht dem Heizwasser Wärme und gibt sie außen ab. Erreichbar sind Vorlauftemperaturen um 18 Grad, die Leistung ist ordentlich, der Verdichter läuft dabei mit voller Leistungsaufnahme. Möglich bei allen Bauarten, üblich bei Luft-Wasser-Geräten.

Passive Kühlung

Nur bei Erdwärme und Grundwasser: Das kühle Erdreich wird über einen Wärmetauscher direkt an den Heizkreis gelegt, der Verdichter bleibt aus. Es läuft nur die Umwälzpumpe, die Stromaufnahme liegt bei wenigen hundert Watt. Die Kühlleistung ist geringer, aber die Betriebskosten sind vernachlässigbar — und das Erdreich wird regeneriert, was der Arbeitszahl im folgenden Winter zugutekommt.

Die Taupunktgrenze

Über eine Fußbodenheizung dürfen nur etwa 2 bis 3 Grad unter der Raumtemperatur gefahren werden. Wird die Fläche kälter als der Taupunkt der Raumluft, schlägt sich Feuchte nieder — auf dem Boden, im Estrich, im schlechtesten Fall im Bodenaufbau. Deshalb gehört zu jeder Flächenkühlung ein Taupunktwächter. Er ist kein Zubehör, sondern Voraussetzung.

Was realistisch erreichbar ist

Flächenkühlung über den Boden senkt die Raumtemperatur um 2 bis 4 Grad und nimmt der Wohnung die Spitzen. Sie ersetzt keine Klimaanlage. Wer schnelle, deutliche Abkühlung will, braucht Gebläsekonvektoren oder eine Luft-Luft-Lösung — beide arbeiten mit Luftbewegung und können deutlich mehr Leistung übertragen, sind dafür hörbar.

Was es im Betrieb kostet

Aktive Kühlung: grob 0,3 bis 0,5 Kilowattstunden Strom je Kilowattstunde Kälte. Für eine Kühlsaison in einem Einfamilienhaus sind das je nach Sommer 150 bis 400 Kilowattstunden, also 40 bis 100 Euro. Passive Kühlung liegt bei einem Bruchteil davon. Wer eine Photovoltaikanlage hat, kühlt weitgehend mit eigenem Strom — die Last fällt genau dann an, wenn die Anlage am meisten liefert.

Was beim Kauf zu beachten ist

Kühlfunktion beim Gerät bestellen, nicht nachrüsten wollen. Die Heizkreisverteiler und Leitungen im Gebäude müssen für Kühlbetrieb dampfdiffusionsdicht gedämmt sein, sonst schwitzen sie. Und die Regelung muss den Kühlbetrieb raumweise sperren können — im Bad will man ihn selten.

Dieser Beitrag ordnet Rechtslage und Marktentwicklung ein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Fördersätze, Fristen und Preise ändern sich; maßgeblich sind die Veröffentlichungen der zuständigen Stellen zum Zeitpunkt Ihrer Entscheidung.

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