Es gibt zwei Arten von Wärmepumpengeräusch. Das eine hören die Nachbarn — Luftschall vom Ventilator. Das andere hört nur der Betreiber: ein tiefes Brummen, das nachts durch die Wände kommt und dessen Quelle man nicht orten kann. Das ist Körperschall, und er verlangt eine andere Lösung.
Wie er entsteht
Der Verdichter erzeugt Schwingungen im Bereich von 25 bis 100 Hertz. Diese Schwingungen wandern über drei Wege ins Gebäude: über die Gerätefüße ins Fundament, über die hydraulischen Leitungen und über die elektrischen Leerrohre. Beton und Mauerwerk leiten tiefe Frequenzen nahezu verlustfrei — ein Brummen, das im Keller entsteht, ist im Schlafzimmer im ersten Stock genauso laut.
Warum Schallschutzhauben nicht helfen
Eine Haube dämpft Luftschall. Körperschall läuft an ihr vorbei, weil er gar nicht durch die Luft geht. Wer 2.000 Euro in eine Umhausung investiert und danach dasselbe Brummen hört, hat das falsche Problem behandelt.
Die drei Entkopplungen
- Gerätefüße: Schwingungsdämpfer aus Elastomer oder Federelemente zwischen Gerät und Fundament. Die Auswahl hängt vom Gerätegewicht ab — ein zu harter Dämpfer wirkt nicht, ein zu weicher lässt das Gerät wackeln.
- Hydraulische Leitungen: flexible Anschlussschläuche oder mindestens ein bis zwei Meter mit weichen Bögen statt starrer Verschraubung. Rohrschellen mit Gummieinlage, keine metallischen.
- Wanddurchführung: Die Leitungen dürfen die Wand nicht berühren. Kernbohrung großzügig ausführen und mit dauerelastischem Material ausfüllen, nicht mit Mörtel.
Wo es besonders kritisch wird
Bei Wandmontage des Außengeräts, bei Innenaufstellung des Verdichters — etwa bei Biblock-Bauweisen — und bei Gebäuden in Leichtbauweise. In allen drei Fällen gehört die Entkopplung in die Planung, nicht in die Nachbesserung.
Wenn es schon brummt
Prüfen Sie in dieser Reihenfolge: Sitzt das Gerät auf Dämpfern? Berühren die Leitungen irgendwo starr die Wand? Ist die Wanddurchführung ausgemörtelt? Läuft die Umwälzpumpe auf zu hoher Stufe? Der letzte Punkt wird oft übersehen — Strömungsgeräusche in falsch eingestellten Anlagen klingen wie Verdichterbrummen.
Kosten
Ein Dämpferset kostet 80 bis 300 Euro, flexible Anschlüsse 100 bis 250 Euro. Die nachträgliche Sanierung einer ausgemörtelten Wanddurchführung liegt bei 300 bis 800 Euro.
