Das Kältemittel bestimmt, welche Temperaturen eine Wärmepumpe erreicht, wie sie aufgestellt werden darf und wie sie regulatorisch dasteht. Drei Stoffe sind im Wohnbau relevant.
Die drei Kandidaten
- R290 (Propan): Treibhauspotenzial 3. Erreicht Vorlauftemperaturen bis 75 Grad, thermodynamisch hervorragend. Brennbar, deshalb Sicherheitsabstände und Füllmengenbegrenzungen. Heute der Standard bei neuen Monoblock-Geräten.
- R32 (Difluormethan): Treibhauspotenzial rund 675. Schwer entflammbar, gut handhabbar, weit verbreitet in Split-Geräten. Erreicht je nach Auslegung 55 bis 70 Grad.
- R744 (CO2): Treibhauspotenzial 1. Arbeitet transkritisch und ist stark bei hohen Temperaturspreizungen — ideal für Warmwasser und Trinkwassererwärmung, weniger für Fußbodenheizung. Hoher Betriebsdruck, entsprechend aufwendige Technik.
Was die Verordnung vorgibt
Die europäische F-Gase-Verordnung senkt die zulässigen Mengen fluorierter Treibhausgase schrittweise und setzt für neue Wärmepumpen ab bestimmten Stichtagen Grenzwerte beim Treibhauspotenzial. Konkret heißt das: Der Markt bewegt sich zu Propan, und Geräte mit R32 werden in Neuanlagen mittelfristig verdrängt. Für bestehende Anlagen ändert sich nichts — sie dürfen weiterbetrieben, gewartet und mit Kältemittel nachgefüllt werden.
Was Propan in der Praxis bedeutet
- Sicherheitsabstand um das Außengerät: In diesem Bereich dürfen keine Öffnungen zu tieferliegenden Räumen liegen — Lichtschächte, Kellerfenster, Kellertreppen. Propan ist schwerer als Luft.
- Kein Kältemittel im Haus: Propangeräte sind fast immer Monoblocks. Das schließt Split-Bauweisen praktisch aus.
- Füllmenge: Bei Einfamilienhausgeräten üblicherweise unter zwei Kilogramm — eine Menge, die auch bei vollständigem Austritt im Freien unkritisch bleibt.
Kältemittel nachfüllen
Ein dichtes System verliert nichts. Wer nachfüllen muss, hat ein Leck — und das gehört gesucht, nicht kaschiert. Arbeiten am Kältekreis dürfen nur Betriebe mit Sachkundenachweis ausführen; für Anlagen ab bestimmten Füllmengen gelten regelmäßige Dichtheitsprüfungen. Bei Einfamilienhausgeräten liegen die Füllmengen meist unterhalb dieser Grenzen.
Was das für die Kaufentscheidung heißt
Wenn Sie heute wählen können, nehmen Sie Propan: bessere Temperaturen, regulatorisch unauffällig über die gesamte Nutzungsdauer, keine Kältemittelleitung im Haus. Wenn ein R32-Gerät technisch besser zu Ihrem Gebäude passt und der Preis stimmt, ist der Kauf trotzdem unproblematisch — nur der Aufstellort und die Sicherheitsabstände sind bei Propan die aufwendigere Planung.
