Das Kältemittel ist der Arbeitsstoff im Kreisprozess. Welches verwendet wird, entscheidet über erreichbare Vorlauftemperatur, Effizienz, Aufstellregeln — und über die Frage, ob das Gerät in zehn Jahren noch mit Ersatzteilen versorgt wird.
Die Kandidaten
R290 (Propan). Treibhauspotenzial 3. Sehr gute thermodynamische Eigenschaften, erreicht 70 bis 75 Grad Vorlauf ohne Heizstab. Brennbar, deshalb Anforderungen an Füllmenge und Aufstellort. Heute der Standard bei neuen Luft-Wasser-Monoblocks.
R32. Treibhauspotenzial 675. Verbreitet in Split-Geräten und Klimatechnik, günstig, gut verfügbar, schwer entflammbar. Vorlauftemperaturen bis etwa 60 Grad. Von der schrittweisen Mengenbegrenzung der F-Gase-Verordnung betroffen, aber noch längere Zeit im Markt.
R410A. Treibhauspotenzial über 2.000. Altbestand, in Neugeräten praktisch verschwunden. Für vorhandene Anlagen wird Nachfüllmaterial über die Jahre teurer und knapper — ein Argument, das in die Reparaturentscheidung alter Geräte gehört.
R744 (CO2). Treibhauspotenzial 1. Stark bei der Warmwasserbereitung, weil es sehr hohe Austrittstemperaturen bei tiefer Rücklauftemperatur liefert. Arbeitet mit sehr hohen Drücken, deshalb aufwendiger im Aufbau; im Wohnbereich eine Nische, in Gewerbe und Großanlagen etabliert.
Was die F-Gase-Verordnung bewirkt
Die europäische Regelung senkt die verfügbaren Mengen fluorierter Kältemittel stufenweise und verbietet bestimmte Anwendungen mit hohem Treibhauspotenzial nach festen Fristen. Für Hausbesitzer heißt das praktisch: Geräte mit natürlichen Kältemitteln sind die zukunftssichere Wahl, und der Effizienzbonus der Bundesförderung honoriert genau das mit fünf Prozentpunkten.
Propan und die Sicherheit
Bei Außenaufstellung mit den üblichen Füllmengen von unter zwei Kilogramm sind die Anforderungen überschaubar: Mindestabstände zu Öffnungen, Lichtschächten und Kellerabgängen, keine Aufstellung in Mulden, in denen sich schwereres Gas sammeln kann. Bei Innenaufstellung gelten Anforderungen an Raumgröße, Lüftung und gegebenenfalls Warneinrichtungen. Beides ist Planungsroutine, kein Ausschlussgrund — wohl aber ein Grund, den Aufstellort nicht dem Zufall zu überlassen.
Was das für die Kaufentscheidung heißt
- Bei Neuanschaffung: Propangerät wählen, sofern der Aufstellort es zulässt — höhere Temperaturen, bessere Förderung, keine Nachfüllprobleme.
- Bei Split-Geräten: Kältemittel und Füllmenge im Datenblatt prüfen, Dichtheitsprüfpflichten hängen an der CO2-Äquivalenzmenge.
- Bei alten Anlagen mit R410A: Vor einer teuren Reparatur den Restwert prüfen. Kältemittelverfügbarkeit ist ein Kostenrisiko.
Was das Kältemittel nicht ist
Es ist kein Verbrauchsstoff. Ein dichter Kreis verliert nichts. Wer regelmäßig nachfüllen muss, hat ein Leck — und nicht ein Wartungsintervall.
