Drei Kennzahlen werden regelmäßig verwechselt. Der COP ist ein Laborwert für einen einzelnen Betriebspunkt, etwa A7/W35 — sieben Grad Außenluft, 35 Grad Vorlauf. Der SCOP ist ein genormter Jahreswert für ein Referenzklima. Die Jahresarbeitszahl ist das Einzige, was zählt: gelieferte Wärme geteilt durch verbrauchten Strom, in Ihrem Haus, über ein Jahr, einschließlich Heizstab, Umwälzpumpen und Abtauverlusten.
Realistische Werte
- Luft-Wasser im Bestand mit Heizkörpern: 2,8 bis 3,5
- Luft-Wasser mit Flächenheizung: 3,5 bis 4,2
- Sole-Wasser (Erdsonde): 4,0 bis 4,8
- Wasser-Wasser (Grundwasser): 4,5 bis 5,5
Feldmessungen der letzten Jahre zeigen, dass moderne Luft-Wasser-Geräte auch im Bestand regelmäßig über 3,0 liegen — die pauschale Behauptung, im Altbau seien nur 2,0 erreichbar, ist durch die Praxis widerlegt.
Die fünf Stellschrauben
1. Vorlauftemperatur. Jedes Grad weniger bringt etwa 2,5 Prozent. Von 55 auf 45 Grad sind das rund ein Viertel weniger Strom — die größte Einzelwirkung überhaupt.
2. Hydraulischer Abgleich. Er ist die Voraussetzung dafür, die Vorlauftemperatur überhaupt senken zu können, ohne dass einzelne Räume auskühlen.
3. Warmwassertemperatur. 48 statt 60 Grad im Speicher senken den Warmwasseranteil deutlich. Grenze ist die Trinkwasserhygiene — bei kleinen Speichern unter 400 Litern und kurzen Leitungen ist der Spielraum größer als oft angenommen.
4. Takten vermeiden. Jeder Verdichterstart kostet. Richtige Größe, ausreichendes Wasservolumen im Kreis und eine träge eingestellte Regelung sind wirksamer als jedes Zubehör.
5. Heizstab begrenzen. Er sollte nur für Notbetrieb und Legionellenschaltung freigegeben sein, nicht als Komfortreserve mitlaufen.
Was die JAZ nicht verrät
Sie sagt nichts über die Kosten. Eine Anlage mit JAZ 3,2 an einem Wärmepumpentarif für 22 Cent ist im Betrieb günstiger als eine mit JAZ 3,8 im Haushaltstarif für 34 Cent. Die Kennzahl, die zählt, ist Cent pro Kilowattstunde Wärme: Strompreis geteilt durch Arbeitszahl. Bei 25 Cent und JAZ 3,5 sind das 7,1 Cent je Kilowattstunde Wärme — mit dieser Zahl vergleicht man sinnvoll gegen Gas, Öl und Fernwärme.
Messen
Für die Förderung ist bei vielen Konstellationen ein Wärmemengenzähler ohnehin vorgesehen. Nutzen Sie ihn: Zählerstände einmal monatlich notieren, Wärme durch Strom teilen. Nach dem ersten vollständigen Heizjahr steht die Zahl — und erst dann lohnt sich die Diskussion über Optimierung.
