Eine Wärmepumpe hat an den meisten Tagen im Jahr zu viel Leistung. Das Gebäude braucht im Oktober vielleicht 2 Kilowatt, die Maschine ist für 8 ausgelegt. Was sie mit diesem Überschuss macht, entscheidet über die Betriebskosten.
Ohne Inverter: Ein und Aus
Ein ungeregelter Verdichter läuft mit fester Drehzahl oder gar nicht. Bei geringem Bedarf heizt er kurz auf, schaltet ab, kühlt aus, schaltet wieder ein. Jeder Start kostet: Der Kältekreis muss erst Druck aufbauen, Öl verteilt sich neu, und der Anlaufstrom belastet Motor und Netz. Zwanzig Starts am Tag sind bei falsch ausgelegten Anlagen keine Seltenheit — Hersteller nennen als Obergrenze meist drei bis fünf pro Stunde.
Mit Inverter: die Drehzahl folgt dem Bedarf
Ein invertergeregelter Verdichter läuft mit variabler Drehzahl und passt seine Leistung dem Bedarf an. Statt zwanzigmal für zehn Minuten läuft er einmal für vier Stunden — mit geringerer Leistung, niedrigerer Verdichtungsarbeit und besserer Arbeitszahl. Der Effizienzgewinn in der Übergangszeit liegt bei 10 bis 25 Prozent.
Die Modulationsbreite ist die eigentliche Kennzahl
Nicht jede Invertermaschine moduliert gleich weit. Ein Gerät mit 8 Kilowatt Nennleistung, das bis 3 Kilowatt heruntergeht, taktet im Frühjahr trotzdem. Eines, das bis 1,5 Kilowatt kommt, läuft durch. Fragen Sie im Angebot nach der minimalen Heizleistung im Teillastbetrieb — diese Zahl steht selten im Prospekt und entscheidet mehr als die Nennleistung.
Woran man Takten erkennt
- Der Betriebsstundenzähler zeigt viele Starts bei wenigen Laufstunden — als Orientierung sind mehr als 8.000 Verdichterstarts im Jahr zu viel.
- Das Außengerät läuft in der Übergangszeit hörbar in kurzen Intervallen.
- Der Stromverbrauch liegt im März und Oktober unverhältnismäßig hoch im Vergleich zur Außentemperatur.
Was man dagegen tun kann
- Heizkurve absenken. Eine zu hohe Kurve erzeugt Überschussleistung, die abgeschaltet werden muss.
- Thermostatventile öffnen. Wenn alle Ventile fast schließen, sinkt der Volumenstrom und die Anlage erreicht die Solltemperatur zu schnell.
- Reihenpuffer einbauen. 50 bis 100 Liter verlängern die Laufzeit je Start.
- Hydraulischen Abgleich prüfen. Er sorgt dafür, dass die Wärme dort ankommt, wo sie gebraucht wird.
Was nicht hilft: ein größerer Trennpuffer. Er verlängert zwar die Laufzeit, hebt aber die nötige Vorlauftemperatur an — man tauscht ein Problem gegen ein teureres.
