Heliotherm aus Langkampfen in Tirol ist ein kleinerer Hersteller mit einer technischen Besonderheit: Bei den erdgekoppelten Anlagen verdampft das Kältemittel direkt in den Erdkollektorrohren, statt über einen Zwischenkreis mit Sole zu laufen.
Was Direktverdampfung bedeutet
Eine klassische Sole-Wärmepumpe hat zwei Kreisläufe: Sole zirkuliert im Erdreich und gibt die Wärme über einen Wärmeübertrager an das Kältemittel ab. Jeder Übertragungsschritt kostet Temperaturdifferenz und damit Arbeitszahl, dazu läuft eine Solepumpe mit. Bei der Direktverdampfung entfallen Zwischenkreis, Wärmeübertrager und Pumpe — das Kältemittel verdampft im Erdreich selbst. Ergebnis: gemessene Arbeitszahlen, die in guten Anlagen deutlich über fünf liegen.
Die Bedingungen
- Es braucht Fläche für den Kollektor — bei einem Einfamilienhaus in der Größenordnung von ein- bis zweihundert Quadratmetern unversiegelter Garten.
- Die Kältemittelmenge im System ist deutlich größer als bei einem Kompaktgerät. Das bringt Prüf- und Dichtheitspflichten mit sich.
- Die Verlegung muss präzise ausgeführt werden; nachträgliche Korrekturen im Erdreich sind teuer.
Was zu prüfen ist
Direktverdampfung ist eine Nischentechnik mit wenigen erfahrenen Ausführenden. Fragen Sie nach Referenzanlagen in Ihrer Region und danach, wer im Störfall zuständig ist. Zweitens: Das Verfahren rechnet sich über die Betriebskosten, nicht über die Investition — bei einem Haus, das nur wenige tausend Kilowattstunden im Jahr braucht, holt man den Mehrpreis nicht herein.
Preisrahmen
Komplette Anlagen liegen mit Kollektor meist bei 35.000 bis 55.000 Euro vor Förderung.
Einordnung
Technisch das Effizienteste, was am Markt zu haben ist — für Bauherren mit Grundstück, Geduld und einem Betrieb, der die Technik beherrscht. Für den Standardfall im Reihenhaus ungeeignet.
