Wer eine Heizung ersetzt, hat mehr Optionen als vor zehn Jahren — und muss dabei eine gesetzliche Anforderung erfüllen, die die Auswahl einschränkt: 65 Prozent erneuerbare Energie bei neuen Heizungen, gekoppelt an die kommunale Wärmeplanung.
Die Systeme im Vergleich
- Wärmepumpe. Investition 24.000 bis 38.000 Euro, Wärmekosten 6 bis 10 Cent je Kilowattstunde. Erfüllt die Anforderung ohne Nachweis. Braucht niedrige Vorlauftemperaturen.
- Pelletheizung. 25.000 bis 40.000 Euro, 7 bis 9 Cent je Kilowattstunde. Erfüllt die Anforderung. Braucht Lagerraum und Bedienung.
- Fernwärme. Anschluss 5.000 bis 15.000 Euro, 10 bis 18 Cent plus Grundpreis. Erfüllt die Anforderung, wenn das Netz die Quote einhält. Bindung an einen Anbieter.
- Hybrid aus Wärmepumpe und Gaskessel. 20.000 bis 35.000 Euro. Erfüllt die Anforderung nur bei ausreichendem erneuerbaren Anteil, reduzierte Förderung.
- Solarthermie. 6.000 bis 14.000 Euro. Kein eigenständiges Heizsystem, sondern eine Ergänzung — deckt 15 bis 30 Prozent des Gesamtbedarfs.
- Brennstoffzellenheizung. 25.000 bis 40.000 Euro, erzeugt Strom und Wärme aus Erdgas oder Wasserstoff. Erfüllt die Anforderung nur unter engen Bedingungen; im Wohnbau eine Nische.
- Gasbrennwertkessel allein. 9.000 bis 15.000 Euro, 13 Cent je Kilowattstunde. Erfüllt die Anforderung nach Ablauf der Übergangsfristen nicht mehr und ist nicht förderfähig.
Was die Auswahl steuert
- Die kommunale Wärmeplanung. Kommt ein Netz, ist Fernwärme eine ernste Option. Kommt keines, entfällt sie.
- Die Vorlauftemperatur. Unter 55 Grad spricht fast alles für die Wärmepumpe.
- Der Platz. Kein Lagerraum, keine Pellets. Kein Aufstellort, keine Luftwärmepumpe.
- Das Budget. Nach Förderung sind Wärmepumpe und Pellets vergleichbar; ohne Förderung sind beide deutlich teurer als ein Gaskessel, der aber die Anforderungen nicht erfüllt.
Was in Vergleichen meist fehlt
Die Betriebskosten über zwanzig Jahre. Eine Investitionsdifferenz von 10.000 Euro klingt groß; eine jährliche Betriebskostendifferenz von 1.200 Euro summiert sich in derselben Zeit auf 24.000 Euro. Wer nur die Anschaffung vergleicht, vergleicht den kleineren Teil.
Der pragmatische Weg
Erst die Heizlast und die nötige Vorlauftemperatur klären. Dann beim Planungsamt die Wärmeplanung erfragen. Danach bleiben in der Regel ein bis zwei sinnvolle Optionen — und die lassen sich mit echten Angeboten vergleichen.
