In fast jeder Wärmepumpenanlage steckt ein elektrischer Heizstab mit 6 bis 9 Kilowatt Leistung. Er arbeitet mit einer Arbeitszahl von 1: Eine Kilowattstunde Strom ergibt eine Kilowattstunde Wärme. Damit ist er das teuerste Bauteil im Betrieb — und in manchen Anlagen das meistgenutzte.
Wofür er da ist
- Spitzenlast: an den wenigen Tagen, an denen die Wärmepumpe allein nicht reicht.
- Legionellenschaltung: zum Aufheizen des Warmwasserspeichers über die Temperatur, die der Kältekreis schafft.
- Notbetrieb: wenn die Wärmepumpe gestört ist, bleibt das Haus warm.
- Abtaubetrieb: bei manchen Regelungen zur Unterstützung.
Wie teuer er werden kann
Ein Beispiel: Eine zu klein ausgelegte Anlage deckt an 30 Tagen im Jahr durchschnittlich 3 Kilowatt über den Heizstab. Das sind 30 mal 24 mal 3, also rund 2.160 Kilowattstunden Strom — bei 25 Cent 540 Euro. Bei einer korrekt ausgelegten Anlage liegt derselbe Posten bei 100 bis 300 Kilowattstunden, also 25 bis 75 Euro.
Woran man erkennt, dass er zu viel läuft
- Der Stromverbrauch steigt in Frostperioden überproportional an.
- Die berechnete Arbeitszahl der Anlage fällt im Winter unter 2,5.
- Der Betriebsstundenzähler des Heizstabs — sofern vorhanden — zeigt dreistellige Werte.
Die vier Ursachen
- Unterdimensioniertes Gerät. Dann ist der Heizstab die Krücke, die die Auslegung ersetzt.
- Zu hoher Bivalenzpunkt. Die Regelung schaltet den Heizstab schon bei plus zwei Grad zu, obwohl die Wärmepumpe bis minus fünf allein reicht. Eine reine Einstellungsfrage.
- Warmwasser zu heiß. Wer 58 Grad Speichertemperatur einstellt, holt bei jeder Ladung den Heizstab dazu, weil der Kältekreis oft bei 53 bis 55 Grad endet.
- Zu hohe Heizkurve. Die Anlage fordert Vorlauftemperaturen, die das Gerät allein nicht liefert.
Was man einstellen sollte
Lassen Sie sich vom Betrieb den Bivalenzpunkt zeigen und begründen. Bei einer korrekt ausgelegten Anlage in Deutschland liegt er sinnvollerweise zwischen minus fünf und minus zehn Grad. Und begrenzen Sie die Warmwasser-Solltemperatur auf 48 bis 50 Grad — die Legionellenschaltung einmal wöchentlich mit Heizstab ist unkritisch, der Dauerbetrieb nicht.
