Die Bohrung ist bei erdgekoppelten Wärmepumpen der größte einzelne Kostenblock — und der mit der größten Spannbreite, weil der Untergrund von Region zu Region unterschiedlich ist.
Die Preisbasis
Erdwärmesonden werden je Bohrmeter abgerechnet: typischerweise 50 bis 120 Euro, inklusive Sondenrohr, Verpressung und Anbindung. Der Preis hängt vom Gestein ab — Lockergestein ist günstiger als harter Fels, und ab bestimmten Tiefen steigen die Anforderungen an Bohrtechnik und Sicherung.
Wie viele Meter nötig sind
Die Entzugsleistung des Untergrunds liegt je nach Gestein bei 30 bis 70 Watt je Meter. Für eine Wärmepumpe mit 8 Kilowatt Heizleistung braucht es rund 6 Kilowatt Quellenleistung — also etwa 90 bis 200 Bohrmeter, häufig verteilt auf zwei Sonden. Daraus ergeben sich Bohrkosten von 7.000 bis 18.000 Euro.
Was zusätzlich anfällt
- Anfahrt und Baustelleneinrichtung: 800 bis 2.500 Euro
- Horizontale Anbindung zum Haus mit Aushub: 1.000 bis 3.000 Euro
- Soleverteiler und Befüllung: 600 bis 1.500 Euro
- Wasserrechtliche Erlaubnis und Gutachten: 300 bis 1.500 Euro
- Wiederherstellung des Gartens: 500 bis 2.500 Euro
Die Genehmigung
Erdwärmesonden sind erlaubnispflichtig nach Wasserrecht. Zuständig ist die untere Wasserbehörde des Landkreises oder der kreisfreien Stadt. In Wasserschutzgebieten, bei gespannten Grundwasserleitern und in Bergbaugebieten wird die Erlaubnis häufig versagt oder mit Auflagen versehen. Viele Bundesländer bieten Standortkarten an, aus denen sich vorab ablesen lässt, wie die Lage ist. Die Bearbeitungszeit liegt bei vier Wochen bis sechs Monaten.
Was im Vertrag stehen sollte
- Festpreis je Bohrmeter und die vereinbarte Gesamtmeterzahl.
- Regelung für Mehrmeter: Was passiert, wenn die geplante Entzugsleistung nicht erreicht wird?
- Risikoverteilung bei Bohrhindernissen: Wer trägt die Kosten, wenn eine Bohrung abgebrochen und versetzt werden muss?
- Versicherung: Der Bohrbetrieb sollte eine Bohrversicherung nachweisen, die Schäden am Grundwasserleiter abdeckt.
Die Alternative rechnen
Ein Flächenkollektor kostet 6.000 bis 12.000 Euro und braucht keine Erlaubnis, sondern nur eine Anzeige. Wenn der Garten die Fläche hergibt und ohnehin umgestaltet wird, ist er die günstigere Erdwärmequelle — bei etwas geringerer Arbeitszahl im Spätwinter.
