Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe arbeitet mit einer Wärmequelle, die im Winter nicht kalt wird. Zehn Grad im Erdreich statt minus fünf in der Luft: Das hebt die Jahresarbeitszahl typischerweise von 3,2 bis 3,8 auf 4,0 bis 4,8. Der Unterschied im Betrieb ist real — er muss nur die Erschließung wieder einspielen.
Die drei Erschließungsarten
Erdsonde (Tiefenbohrung). Ein bis zwei Bohrungen von 80 bis 150 Metern Tiefe. Kosten je nach Untergrund 60 bis 120 Euro pro Bohrmeter, für ein Einfamilienhaus also grob 9.000 bis 18.000 Euro zusätzlich zum Gerät. Braucht wenig Fläche, aber eine wasserrechtliche Erlaubnis.
Flächenkollektor. Rohrschlangen in 1,2 bis 1,5 Metern Tiefe, Flächenbedarf etwa das Anderthalb- bis Zweifache der beheizten Wohnfläche. Kosten 4.000 bis 9.000 Euro. Günstiger, aber die Fläche bleibt unbebaut und darf nicht tief wurzelnd bepflanzt werden.
Grabenkollektor oder Erdwärmekorb. Der Kompromiss bei mittlerem Platz: weniger Fläche als der Flachkollektor, keine Tiefenbohrung. Kosten dazwischen, Auslegung anspruchsvoller.
Genehmigung und Untergrund
Jede Bohrung ist bei der unteren Wasserbehörde anzuzeigen und in Wasserschutzgebieten häufig ausgeschlossen. Wo Karst, artesisch gespanntes Grundwasser oder quellfähige Gesteinsschichten vorliegen, kann die Behörde ablehnen oder Auflagen machen. Die geologischen Landesdienste veröffentlichen Karten, aus denen sich die Aussicht vorab abschätzen lässt — dieser Blick spart im Zweifel eine Planung.
Die Rechnung über die Laufzeit
Angenommen 15.000 Kilowattstunden Wärmebedarf: Mit einer Arbeitszahl von 3,5 werden 4.300 Kilowattstunden Strom fällig, mit 4,5 nur 3.300. Bei 25 Cent sind das rund 250 Euro Ersparnis im Jahr. Gegen 8.000 Euro Mehrkosten für die Bohrung gerechnet, dauert die Amortisation ohne Förderunterschied über 25 Jahre. Da beide Varianten gefördert werden und die Bohrung mit in die förderfähigen Kosten fällt, verkürzt sich das deutlich — auf die Anlagenlebensdauer bezogen bleibt es dennoch eine knappe Entscheidung.
Wann Erdwärme klar vorn liegt
- Hoher Wärmebedarf über etwa 20.000 Kilowattstunden im Jahr
- Enge Schallvorgaben im Grundstück — kein Außengerät, kein Ventilator
- Wunsch nach passiver Kühlung im Sommer, die praktisch nur Strom für die Pumpe kostet
- Neubau oder Grundstück, das ohnehin aufgegraben wird
Was oft übersehen wird
Die Soleleitung vom Bohrloch bis ins Haus, die Kernbohrung, die Wiederherstellung des Gartens und die Sole selbst gehören ins Angebot. Und: Der Bohrbetrieb sollte nach den einschlägigen Regelwerken zertifiziert sein und eine Bohrversicherung nachweisen können. Bei einer misslungenen Bohrung ist genau das der Punkt, an dem die Kosten entstehen.
