Die Wärmepumpe
Magazin
Heizungstausch

Erdkollektor, Flächenkollektor, Grabenkollektor: Erdwärme ohne Bohrung

Wo eine Sonde nicht geht, liefert ein Kollektor im Erdreich die Wärme. Flächenbedarf, Verlegetiefe, Leistung je Quadratmeter, Kosten, Genehmigung und was bei der Bepflanzung zu beachten ist.

Redaktion Die Wärmepumpe1 MinutenStand: Sommer 2026
Techniker bei der Installation einer Wärmepumpe
Techniker bei der Installation einer Wärmepumpe

Nicht jede Erdwärmenutzung braucht eine Bohrung. Kollektoren liegen flach im Erdreich, entziehen ihm die im Sommer gespeicherte Sonnenwärme und kommen in vielen Fällen ohne wasserrechtliche Erlaubnis aus — dafür brauchen sie Fläche.

Die drei Bauformen

  • Flächenkollektor: Rohrschlangen in 1,2 bis 1,5 Meter Tiefe, flächig verlegt. Der Klassiker. Flächenbedarf etwa das Anderthalb- bis Zweifache der beheizten Wohnfläche.
  • Grabenkollektor: Rohre in Schleifen in schmalen Gräben von 2 bis 4 Meter Tiefe. Braucht deutlich weniger Fläche als der Flächenkollektor, dafür mehr Aushubtiefe.
  • Erdwärmekorb: spiralförmige Körbe in 2 bis 5 Meter tiefen Schächten. Punktuell statt flächig, geeignet für kleine Grundstücke.

Die Leistung

Ein Flächenkollektor liefert je nach Bodenart 15 bis 40 Watt je Quadratmeter Kollektorfläche. Sandiger, trockener Boden liegt am unteren Ende, feuchter Lehm am oberen. Für eine Wärmepumpe mit 8 Kilowatt Heizleistung und einer Quellenleistung von etwa 6 Kilowatt braucht es damit 150 bis 400 Quadratmeter — die Bodenanalyse ist keine Formalie.

Was auf der Fläche danach nicht geht

  • Keine Bebauung, keine Versiegelung. Der Kollektor lebt von Regenwasser und Sonneneinstrahlung.
  • Keine tief wurzelnden Bäume über den Rohren.
  • Rasen, Beete und Sträucher sind unproblematisch. Der Boden über dem Kollektor friert im Winter etwas tiefer und taut im Frühjahr später auf — die Vegetation kommt in der Regel drei bis zehn Tage später.

Genehmigung

Kollektoren oberhalb des Grundwasserleiters sind in vielen Bundesländern anzeigepflichtig, aber nicht erlaubnispflichtig. Die Anzeige geht an die untere Wasserbehörde. In Wasserschutzgebieten gelten Einschränkungen. Das ist deutlich einfacher als bei einer Sonde — der Hauptunterschied im Genehmigungsaufwand.

Arbeitszahl im Vergleich

Kollektoren liegen zwischen Luft und Sonde: typische Jahresarbeitszahlen von 3,9 bis 4,6. Der Grund ist der Spätwinter — bis Februar hat der Kollektor viel Wärme abgegeben und die Soletemperatur sinkt, während eine Sonde stabil bleibt.

Kosten

Flächenkollektor mit Aushub und Verlegung: 6.000 bis 12.000 Euro. Grabenkollektor: 7.000 bis 14.000 Euro. Erdwärmekörbe: 8.000 bis 16.000 Euro. Damit liegen alle deutlich unter einer Sondenbohrung — vorausgesetzt, der Garten ist noch nicht angelegt oder darf aufgerissen werden.

Dieser Beitrag ordnet Rechtslage und Marktentwicklung ein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Fördersätze, Fristen und Preise ändern sich; maßgeblich sind die Veröffentlichungen der zuständigen Stellen zum Zeitpunkt Ihrer Entscheidung.

Service

Konkrete Zahlen für Ihr Gebäude?

3 Angebote von Fachbetrieben aus Ihrer Region, kostenlos und unverbindlich.

Angebot anfordern