Die Wärmepumpe
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Energiewende

Eisspeicher-Wärmepumpe: Kristallisationswärme als Quelle

Ein Eisspeicher nutzt die Energie, die beim Gefrieren von Wasser frei wird. Wie das funktioniert, welche Größe nötig ist, was es kostet und für welche Gebäude sich die Technik lohnt.

Redaktion Die Wärmepumpe1 MinutenStand: Sommer 2026
Luft-Wasser-Wärmepumpe im Garten eines Wohnhauses
Luft-Wasser-Wärmepumpe im Garten eines Wohnhauses

Der Eisspeicher ist die eleganteste und am wenigsten verstandene Wärmequelle im Wohnbau. Er nutzt einen physikalischen Effekt, der auf den ersten Blick paradox wirkt: Wasser gibt beim Gefrieren große Mengen Wärme ab.

Das Prinzip

Um ein Kilogramm Wasser von 1 Grad auf 0 Grad abzukühlen, wird eine Wärmemenge von 1,16 Wattstunden frei. Um dasselbe Kilogramm bei 0 Grad zu Eis zu machen, werden 93 Wattstunden frei — achtzigmal so viel. Diese Kristallisationswärme nutzt der Eisspeicher: Ein Betonbehälter mit Wasser im Erdreich, durchzogen von Wärmeübertragerrohren, an denen die Wärmepumpe zieht, bis der Inhalt zu Eis wird.

Wie der Speicher wieder auftaut

Über drei Wege: Erdwärme aus dem umgebenden Boden, Sonnenwärme über Solar-Luft-Absorber auf dem Dach, und Umgebungsluft. Im Frühjahr taut der Speicher auf und steht im nächsten Winter wieder zur Verfügung. Der Absorber übernimmt dabei eine Doppelrolle: Er lädt den Speicher und dient im milden Betrieb selbst als Wärmequelle.

Die Größenordnung

Für ein Einfamilienhaus mit 10 Kilowatt Heizlast wird ein Speicher von etwa 8 bis 12 Kubikmetern gebraucht — ein Betonbehälter mit rund 3 Metern Durchmesser, im Garten vergraben. Dazu kommen 15 bis 30 Quadratmeter Absorberfläche auf dem Dach.

Die Vorteile

  • Kein Außengerät, kein Schall, keine Abtauverluste.
  • Keine Bohrung, keine wasserrechtliche Erlaubnis für eine Sonde.
  • Konstante Quellentemperatur um null Grad — kein Leistungseinbruch bei Frost.
  • Der Speicher kann im Sommer zur passiven Kühlung genutzt werden.

Die Nachteile

  • Investition. Komplette Anlagen liegen bei 35.000 bis 55.000 Euro vor Förderung — deutlich über einer Luft-Wasser-Anlage.
  • Bauaufwand. Aushub für einen mehrere Meter tiefen Behälter, Zufahrt für Bagger und Kran.
  • Wenige Anbieter. Die Zahl der Betriebe mit Erfahrung ist überschaubar; Referenzen sind vor der Beauftragung zu prüfen.
  • Arbeitszahl. Sie liegt bei 3,8 bis 4,5 — besser als Luft, aber nicht besser als eine gute Erdsonde.

Für wen es passt

Für Neubauten oder Grundstücke, auf denen ohnehin gebaggert wird, bei denen keine Bohrung möglich ist und Schall ein Thema wäre. Als Nachrüstung in einen fertig angelegten Garten ist der Aufwand meist unverhältnismäßig.

Dieser Beitrag ordnet Rechtslage und Marktentwicklung ein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Fördersätze, Fristen und Preise ändern sich; maßgeblich sind die Veröffentlichungen der zuständigen Stellen zum Zeitpunkt Ihrer Entscheidung.

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