Warmwasser lässt sich auf vier Wegen bereitstellen. Sie unterscheiden sich im Stromverbrauch um den Faktor drei — und die teuerste Variante ist die verbreitetste in Bestandswohnungen.
Die vier Wege
- Elektrischer Durchlauferhitzer. Erhitzt beim Zapfen mit 18 bis 27 Kilowatt. Kein Speicherverlust, keine Zirkulation, aber Arbeitszahl 1 — jede Kilowattstunde Wärme kostet eine Kilowattstunde Strom.
- Elektrischer Speicher (Boiler). Ebenfalls Arbeitszahl 1, dazu Bereitschaftsverluste von 1 bis 2 Kilowattstunden am Tag.
- Speicher an der Wärmepumpe. Arbeitszahl 2,4 bis 3,2, weil höhere Temperaturen gefahren werden als beim Heizen.
- Frischwasserstation am Puffer. Erwärmt im Durchfluss aus dem Heizungspuffer. Kein stehendes Trinkwasser, keine Legionellenschaltung, dieselbe Arbeitszahl wie der Speicherbetrieb.
- Brauchwasserwärmepumpe. Eigener Kältekreis mit Umgebungsluft als Quelle, Arbeitszahl 2,8 bis 3,5.
Die Rechnung für vier Personen
Bei 2.800 Kilowattstunden Warmwasserwärmebedarf im Jahr:
- Durchlauferhitzer: 2.800 Kilowattstunden Strom, bei 30 Cent 840 Euro
- Elektrospeicher: 3.400 Kilowattstunden mit Bereitschaftsverlusten, 1.020 Euro
- Wärmepumpe mit Speicher: rund 1.000 Kilowattstunden, bei 25 Cent 250 Euro
- Brauchwasserwärmepumpe: rund 900 Kilowattstunden, 225 Euro
Wann dezentral trotzdem sinnvoll ist
- Weit entfernte Zapfstellen. Ein Gäste-WC am anderen Ende des Hauses über eine Zirkulationsleitung zu versorgen kostet mehr Energie, als der kleine Durchlauferhitzer dort verbraucht.
- Selten genutzte Bäder in Einliegerwohnungen oder Ferienwohnungen.
- Nachrüstung ohne Leitungsverlegung, wenn die bauliche Situation nichts anderes zulässt.
Der größte Hebel ist nicht das Gerät
Es ist die Zirkulation. Eine durchgehend laufende Zirkulationspumpe vernichtet 1.000 bis 2.000 Kilowattstunden Wärme im Jahr — mehr als ein Drittel des gesamten Warmwasserbedarfs. Zeitfenster oder eine Anforderung per Taster reduzieren das um 70 bis 90 Prozent. Diese Einstellung kostet nichts und spart mehr als jede Gerätewahl.
Was zur Wärmepumpe passt
Speicher mit ausreichend großem Wärmeübertrager und 48 bis 50 Grad Solltemperatur, Zirkulation mit Zeitsteuerung, Ladung mittags bei Solarüberschuss. Im Mehrfamilienhaus stattdessen Puffer mit Frischwasserstationen. Elektrische Durchlauferhitzer nur dort, wo eine Leitung unverhältnismäßig wäre.
