Tests von Brauchwasserwärmepumpen vergleichen Geräte, die unter Laborbedingungen laufen. Im Keller entscheiden andere Dinge. Diese vier Kennzahlen sind die, auf die es ankommt.
1. COP unter realistischen Bedingungen
Der Prospektwert wird oft bei 15 oder 20 Grad Umgebungsluft ermittelt. Ein realer Heizungskeller im Februar hat 12 bis 16 Grad, ein unbeheizter Anbau 5 bis 8. Die Leistungszahl fällt dabei von 3,5 auf 2,2 bis 2,6. Fragen Sie nach dem COP bei 7 oder 10 Grad Lufteintritt — das ist der Wert, der im Winter zählt.
2. Bereitschaftsverlust
Er steht auf dem Energielabel und in der Produktdatenbank. Zwischen einem gut und einem schlecht gedämmten 300-Liter-Speicher liegen leicht 300 Kilowattstunden im Jahr — bei 30 Cent sind das 90 Euro jährlich, über fünfzehn Jahre 1.350 Euro. Das ist mehr, als der Preisunterschied zwischen zwei Geräten meist beträgt.
3. Aufheizzeit und maximale Speichertemperatur ohne Heizstab
Viele Geräte erreichen im reinen Wärmepumpenbetrieb 55 bis 60 Grad, manche nur 50. Wer 55 Grad braucht, aber ein Gerät mit 50-Grad-Grenze kauft, holt bei jeder Legionellenschaltung den Heizstab dazu. Die Angabe steht im Datenblatt unter maximaler Speichertemperatur im Wärmepumpenbetrieb.
4. Schall
Brauchwasserwärmepumpen stehen im Haus. 50 Dezibel im Keller sind unproblematisch, im Hauswirtschaftsraum neben dem Wohnzimmer nicht. Der Wert steht auf dem Energielabel und liegt je nach Gerät zwischen 45 und 62 Dezibel.
Welches Gerät für welchen Fall
- Warmwasser komplett von der Heizung lösen: Gerät mit 250 bis 300 Litern und hoher Speichertemperatur im Wärmepumpenbetrieb.
- Solarthermie vorhanden: Ausführung mit zusätzlichem Wärmeübertrager.
- Photovoltaik vorhanden: Gerät mit Schaltkontakt oder Schnittstelle für Überschussladung.
- Enger, kalter Aufstellraum: Ausführung mit Luftkanalanschluss nach außen.
Der Fehler, der alle Testergebnisse aushebelt
Ein zu kleiner Aufstellraum. Unter etwa 20 Kubikmetern Luftvolumen kühlt jedes Gerät sich die eigene Wärmequelle weg — dann ist die beste Maschine im Test die zweitbeste im Keller.
