Vier Bauarten decken den Wohnbau ab. Sie unterscheiden sich in Effizienz, Investition, Genehmigungsaufwand und in dem, was sie an baulichen Voraussetzungen verlangen.
Luft-Wasser
- Arbeitszahl: 3,0 bis 4,5 je nach Gebäude
- Investition: 24.000 bis 38.000 Euro
- Genehmigung: keine, nur Anmeldung beim Netzbetreiber
- Vorteile: überall einsetzbar, schnell installiert, keine Erdarbeiten, größte Gerätevielfalt
- Nachteile: Schall im Garten, Leistungsverlust bei Frost, Abtauverluste, Heizstab an kalten Tagen
Luft-Luft
- Arbeitszahl: 3,5 bis 4,5
- Investition: 6.000 bis 14.000 Euro
- Genehmigung: keine; Förderfähigkeit eingeschränkt
- Vorteile: günstig, schnell warm, Kühlfunktion inklusive, kein Wasserkreis
- Nachteile: kein Warmwasser, Innengerät in jedem Raum, hörbar, Luftbewegung statt Strahlungswärme
Sole-Wasser
- Arbeitszahl: 4,3 bis 5,2
- Investition: 36.000 bis 58.000 Euro mit Bohrung, 30.000 bis 45.000 Euro mit Kollektor
- Genehmigung: wasserrechtliche Erlaubnis für Sonden, Anzeige für Kollektoren
- Vorteile: beste Arbeitszahl, kein Außengerät, kein Schall, passive Kühlung möglich, konstante Quelle
- Nachteile: hohe Investition, Genehmigungsdauer, Grundstück muss Zufahrt oder Fläche hergeben, Bohrrisiko
Wasser-Wasser
- Arbeitszahl: 4,8 bis 5,5
- Investition: 38.000 bis 60.000 Euro
- Genehmigung: wasserrechtliche Erlaubnis, Wasseranalyse zwingend
- Vorteile: höchste Effizienz, konstante Quellentemperatur, kein Außengerät
- Nachteile: strengste Anforderungen, Wasserqualität entscheidet über Lebensdauer, zwei Brunnen nötig, Genehmigung wird häufig versagt
Die ehrliche Einordnung
Über 80 Prozent der Neuanlagen in Deutschland sind Luft-Wasser-Wärmepumpen — nicht weil sie die effizienteste Bauart wären, sondern weil sie überall funktionieren, schnell verfügbar sind und die niedrigste Einstiegshürde haben. Der Effizienzvorteil erdgekoppelter Anlagen ist real, amortisiert sich über die Betriebskosten allein aber meist erst nach zwanzig Jahren und mehr. Sie lohnen sich dort, wo zusätzlich Schall, Kühlung oder ein hoher Wärmebedarf ins Spiel kommen.
Der Entscheidungsweg
Erst prüfen, ob eine Erdwärmequelle überhaupt genehmigungsfähig und erreichbar ist. Wenn nein, entscheidet sich die Frage von selbst. Wenn ja, den Mehrpreis der Quelle gegen den jährlichen Stromvorteil rechnen — und die weichen Faktoren dazunehmen, die in keiner Wirtschaftlichkeitsrechnung stehen.
