Die Standortwahl ist die Entscheidung mit den weitreichendsten Folgen und der geringsten Aufmerksamkeit im Angebot. Vier Kriterien entscheiden: Abstand zum Nachbarn, Luftführung, Leitungslänge und Kondensat.
Die Anforderungen an jeden Standort
- Freie Luftführung. Vor dem Ausblasgitter mindestens zwei bis drei Meter frei, seitlich und hinten je nach Hersteller 30 bis 100 Zentimeter. Wird die Luft gestaut, saugt das Gerät seine eigene kalte Abluft an und verliert Leistung.
- Kein Ansaugen aus einer Nische. Ein Gerät in einer dreiseitig geschlossenen Ecke arbeitet im eigenen Kaltluftsee.
- Kurze Leitung ins Haus. Jeder Meter kostet Wärme und Geld; über zehn Meter wird es spürbar.
- Kondensat kann versickern oder abfließen.
Die Standorte im Einzelnen
- Garten, freistehend: der Normalfall. Abstand zum Nachbarn maximieren, Ausblasrichtung von schutzbedürftigen Räumen wegdrehen.
- An der Hauswand: spart Leitung, aber Reflexionen erhöhen den Schall zur Nachbarseite und Körperschall geht ins Mauerwerk.
- Balkon: in Eigentumswohnungen fast immer eine bauliche Veränderung, die die Eigentümergemeinschaft beschließen muss. Körperschall in die Decke ist das technische Hauptproblem.
- Flachdach oder Garagendach: akustisch oft günstig, weil weit weg von Fenstern. Aber: statischer Nachweis, Kondensatableitung, Wartungszugang und Windlast sind zu klären.
- In der Garage: nur mit Luftkanälen nach außen. Ein Gerät, das die Garagenluft umwälzt, kühlt sie in Stunden auf Außentemperatur herunter und arbeitet dann schlechter als draußen.
Abstände zur Grundstücksgrenze
Die Landesbauordnungen regeln das unterschiedlich. In mehreren Bundesländern gelten Wärmepumpen unter bestimmten Bedingungen als zulässige Nebenanlagen im Grenzbereich, in anderen sind drei Meter Abstand einzuhalten. Unabhängig davon gilt immer die TA Lärm für den Schall. Klären Sie beides vor der Bestellung mit der Bauaufsicht — nicht nach der Nachbarbeschwerde.
Der Standort, der am häufigsten Ärger macht
Zwischen zwei eng stehenden Häusern, mit Ausblasrichtung in den Spalt. Dort addieren sich Reflexionen von beiden Wänden, und der Schlafzimmerfensterabstand ist minimal. Wenn es keine Alternative gibt, gehören Immissionsprognose und Schallschutzmaßnahmen in die Planung.
