Die Wärmepumpe
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Anschlussleistung, 230 oder 400 Volt: der Elektroteil der Wärmepumpe

Welche elektrische Leistung eine Wärmepumpe braucht, wann Drehstrom nötig ist, was beim Netzbetreiber anzumelden ist und wann der Hausanschluss verstärkt werden muss.

Redaktion Die Wärmepumpe1 MinutenStand: Sommer 2026
Techniker bei der Installation einer Wärmepumpe
Techniker bei der Installation einer Wärmepumpe

Die Wärmepumpe ist der größte Einzelverbraucher im Haus. Ob der vorhandene Anschluss dafür reicht, entscheidet sich früh — und wird in Angeboten regelmäßig übergangen.

Die Größenordnungen

  • Verdichter und Ventilator einer 8-Kilowatt-Wärmepumpe: 2 bis 3,5 Kilowatt elektrische Aufnahme bei Volllast.
  • Elektroheizstab: zusätzlich 6 bis 9 Kilowatt.
  • Gesamte Anschlussleistung damit typischerweise 9 bis 12 Kilowatt für ein Einfamilienhausgerät.

230 oder 400 Volt

Kleine Geräte bis etwa 6 Kilowatt Heizleistung gibt es in 230-Volt-Ausführung. Das spart die Drehstromleitung, wo keine liegt. Alles darüber braucht 400 Volt — schon wegen des Heizstabs. Die Effizienz unterscheidet sich nicht; es ist eine reine Installationsfrage. Zu prüfen ist der Anlaufstrom: Der muss mit dem Netzbetreiber abgestimmt sein, und ein Sanftanlauf ist bei vielen Geräten Standard.

Was beim Netzbetreiber anzumelden ist

Jede Wärmepumpe ist als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach Paragraf 14a des Energiewirtschaftsgesetzes anzumelden. Der Netzbetreiber darf die Leistung in Engpasssituationen zeitweise auf einen Mindestwert reduzieren; im Gegenzug gibt es reduzierte Netzentgelte. Die Anmeldung macht der Elektrofachbetrieb, sie gehört ins Angebot.

Wann der Hausanschluss verstärkt werden muss

Alte Häuser haben teils 35-Ampere-Vorsicherungen. Kommen zur Wärmepumpe noch Wallbox, Durchlauferhitzer und Herd, wird es eng. Der Elektriker rechnet das mit einem Gleichzeitigkeitsfaktor; reicht es nicht, ist eine Verstärkung auf 63 Ampere nötig. Das dauert je nach Netzbetreiber Wochen bis Monate und kostet je nach Aufwand 1.000 bis 5.000 Euro, bei nötigem Kabeltausch von der Straße auch mehr.

Zählerplatz und Tarif

Für einen eigenen Wärmepumpentarif braucht es einen separaten Zählerplatz oder einen Zweirichtungszähler mit getrennter Messung. Die Kosten liegen bei 500 bis 1.500 Euro; die Ersparnis über den günstigeren Arbeitspreis liegt bei 3 bis 8 Cent je Kilowattstunde. Ab etwa 3.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch rechnet sich das.

Was ins Angebot gehört

Elektroarbeiten, Anmeldung beim Netzbetreiber, Zählerplatz, Leitungsdimensionierung und gegebenenfalls die Prüfung des Hausanschlusses. Ein Angebot ohne diese Positionen ist unvollständig — und die Nachforderung kommt, wenn der Bagger schon da ist.

Dieser Beitrag ordnet Rechtslage und Marktentwicklung ein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Fördersätze, Fristen und Preise ändern sich; maßgeblich sind die Veröffentlichungen der zuständigen Stellen zum Zeitpunkt Ihrer Entscheidung.

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