Wärmepumpenangebote sind schwer vergleichbar, weil jeder Betrieb anders schneidet: Der eine rechnet den Elektroanschluss ein, der andere nicht; der eine legt nach Heizlast aus, der andere nach Wohnfläche. Vergleichbar werden Angebote erst, wenn alle auf derselben Grundlage rechnen.
Die Grundlage selbst herstellen
Bevor Angebote eingeholt werden, sollten drei Dinge feststehen: die überschlägige Heizlast aus dem bisherigen Brennstoffverbrauch, das Ergebnis des Heizkurventests im Winter und die gewünschte Aufstellsituation. Wer diese drei Angaben mitliefert, bekommt Angebote, die sich nebeneinanderlegen lassen — und erkennt sofort, wer davon abweicht und warum.
Was in jedem Angebot stehen muss
- Berechnete oder überschlagene Heizlast in Kilowatt
- Geplante Vorlauftemperatur bei Normaußentemperatur
- Gerätetyp mit vollständiger Bezeichnung, Kältemittel und Schallleistungspegel
- Leistung und Leistungszahl bei mindestens zwei Betriebspunkten, darunter minus sieben Grad
- Bivalenzpunkt und Umfang des Heizstabbetriebs
- Speicher: Volumen, Registerfläche, Bauart
- Hydraulik: Puffer ja/nein und in welcher Einbindung, Abgleich enthalten
- Elektroarbeiten: Zuleitung, Zählerplatz, Steuerbox nach Paragraf 14a
- Nebenarbeiten: Rückbau, Entsorgung, Fundament, Kernbohrung, Kondensat
- Fördernachweise: Fachunternehmererklärung, Abgleichprotokoll
Die Warnzeichen
Pauschalpreis ohne Positionen. Nicht prüfbar und im Nachtrag beliebig erweiterbar.
Gerätegröße ohne Heizlast. Wer die Leistung nennt, aber nicht ihre Herleitung, hat geschätzt.
Vorlauftemperatur fehlt. Ohne sie ist keine Verbrauchsprognose möglich, und ohne Prognose kein Kostenvergleich.
Sofortiger Abschlussdruck. Förderanträge müssen vor Auftragserteilung möglich bleiben — ein Vertrag ohne aufschiebende oder auflösende Förderbedingung ist ein rotes Tuch.
Angebote deutlich unter dem Marktniveau. Meist fehlt der Elektroteil, der Abgleich oder die Entsorgung.
Woran sich saubere Arbeit erkennen lässt
Der Betrieb kommt vor dem Angebot ins Haus, sieht sich Heizkörper, Verteiler, Zählerschrank und den geplanten Aufstellort an. Er fragt nach dem Brennstoffverbrauch der letzten drei Jahre. Er nennt eine Vorlauftemperatur. Er spricht über den hydraulischen Abgleich, ohne dass man ihn erwähnt. Und er sagt, wenn ein Gebäude schwierig ist — statt jedes Haus für geeignet zu erklären.
Wie viele Angebote
Drei sind der Standard: eines vom lokalen Heizungsbauer, eines von einem auf Wärmepumpen spezialisierten Betrieb, eines von einem überregionalen Anbieter. Mehr bringt selten neue Erkenntnis, kostet aber Zeit — und Betriebe, die merken, dass sie Nummer sieben sind, rechnen weniger sorgfältig.
Energieberatung als Vorstufe
Ein Energieeffizienz-Experte erstellt eine unabhängige Bewertung samt Heizlast und Maßnahmenreihenfolge. Die Kosten sind mit 50 Prozent förderfähig. Für schwierige Gebäude — hohe Vorlauftemperaturen, Mehrfamilienhäuser, denkmalgeschützte Substanz — ist das der sinnvollste erste Ausgabeposten überhaupt.
